Neue Pläne für den Rathausturm

Saarbrücken. In Pisa ist es der Schiefe Turm, in Köln ein Plateau auf dem Dom, in Paris der Eiffelturm. Und in Saarbrücken? Von wo aus hat man im Stadtzentrum einen Rundum-Ausblick? "Wir könnten uns eine touristische Nutzung des Rathausturms vorstellen", erklärte Gabriele Herrmann, CDU, kürzlich im Kulturausschuss

Saarbrücken. In Pisa ist es der Schiefe Turm, in Köln ein Plateau auf dem Dom, in Paris der Eiffelturm. Und in Saarbrücken? Von wo aus hat man im Stadtzentrum einen Rundum-Ausblick? "Wir könnten uns eine touristische Nutzung des Rathausturms vorstellen", erklärte Gabriele Herrmann, CDU, kürzlich im Kulturausschuss. Auf Antrag ihrer Fraktion wurde dort über die Möglichkeit beraten, den Turm des Rathauses St. Johann für Besucher zugänglich zu machen und ihn für eine "kulturelle Nutzung" - etwa für Ausstellungen - zu öffnen.

"Als große Chance" bezeichnete Kulturdezernent Erik Schrader die Aussicht, das "Denkmal Rathaus begehbar zu machen", um Besuchern und Einheimischen die Möglichkeit zu bieten, "die Stadtlandschaft wahrzunehmen". Allerdings seien von Seiten der Stadtverwaltung zunächst zahlreiche baurechtliche Fragen zu klären, so Schrader. Dass der Rathausturm ausreichend Platz für eine Dauerausstellung zur Geschichte des 1900 nach Plänen von Georg Hauberrisser erbauten Rathauses böte, davon überzeugte sich Stadtarchiv-Leiterin Irmgard Becker bei einer ersten Begehung. "Das Material für eine solche Ausstellung ist im Stadtarchiv vorhanden", sagte Becker, die dem Ausschuss bereits einen ersten Konzeptentwurf vorstellte.

Demnach könnten in vier Räumen des Turmes Tafeln mit Informationen zur Geschichte des Rathauses aufgestellt werden, die im Jahr 2000 für eine Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Gebäudes erstellt wurden. Als Ausstellungsräume geeignet sind nach Auskunft von Irmgard Becker neben dem Eingang zum Turm auch der Uhrwerkraum sowie zwei Turmstuben. Auch einen Vorschlag für die Aufteilung der Ausstellungsinhalte auf die vier Räume hat Irmgard Becker bereits erarbeitet: Demnach könnten sich Besucher im Eingangsbereich über die Baugeschichte des Rathauses im Allgemeinen informieren, um im Uhrwerkraum Näheres über die architektonische Gestaltung des Gebäudes zu erfahren.

Umbauten wie der nachträglich angebrachte Bürgermeister-Balkon oder das Glockenspiel würden in der kleineren Turmstube erläutert.

Die denkmalgerechte Renovierung in den Jahren 1988 bis 2000 stünde in der größeren Turmstube im Mittelpunkt.

Mit den sicherheitsrechtlichen Fragen, die vor einer Öffnung des Rathausturms zu klären sind, wird sich am 23. September der Haupt- und Wirtschaftsausschuss befassen.