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Neben Hüüh hört man jetzt auch I-Aah

Esel Pablo mit den Besuchern im Stadtwald Foto: teb
Esel Pablo mit den Besuchern im Stadtwald Foto: teb FOTO: teb
Saarbrücken. Wer sich Trekkingtouren bisher nur mit Pferden vorstellen konnte, wird im Saarbrücker Wildpark nun eines Besseren belehrt. Esel Pablo und Mama Henriette sind mindestens genauso trittfest wie Pony Lotte. Tobias Ebelshäuser

Einer hält ihn links an der Leine, einer rechts. Das große, braune Tier trägt, passend zur Saison, eine rote Weihnachtsmütze, seine langen Ohren stehen links und rechts raus. Mit seinen Hufen zertritt Esel Pablo knirschend das trockene Laub, das den Boden des Saarbrücker Stadtwalds im Spätherbst fast vollständig bedeckt. Direkt hinter ihm geht seine Mutter, Eselin Henrietta, geführt von zwei jungen Mädchen. Und noch ein Huftier folgt dem Pfad der Gruppe: das Pony Lotte, das heute mitlaufen darf, um die Kinder über die weiten Strecken entlang der Gehege im Wildpark zu tragen. Ganz gemütlich und ganz ohne Beschwerden gehorchen die Huftiere beim Eseltrekking-Schnupperkurs.



Dass die beiden Esel so gemütlich mit der Gruppe mitgehen, ist ihren beiden Trainerinnen Vivien Bußer und Isabella Sensenstein zu verdanken. Eigentlich wurden die beiden zum Veranstalten und Betreuen von Ponyreiten eingestellt. Doch seit acht Wochen trainieren sie nun auch mit den Eseln. "Pablo war am Anfang schon ziemlich stur und vor allem ängstlich", sagt Vivien Bußer. "Der wollte erst gar nicht aus dem Gehege. Aber nach zwei-, dreimal fand er es eigentlich ziemlich cool." Die beiden Frauen arbeiten bei der Saarbrücker Naturakademie, die die Touren anbietet. Ziel ist es, den Leuten die heimische Natur näherzubringen.

Insgesamt fünf Esel leben im Saarbrücker Wildpark. Der vierjährige Pablo und seine etwa 20 Jahre alte Mutter Henrietta, sind bisher am besten an die Menschen gewöhnt, und eignen sich daher gut für die Trekkingtouren . Die anderen zwei Jungtiere seien noch im Training, sagt Vivien Bußer. Nur eine Eselin, Pablos Großmutter, von ihren Trainerinnen liebevoll "Omi" genannt, ist zu alt für die Touren.

"Der Esel ist ein Pack- und Lastentier", sagt Myriam Hill, die für die Organisation in der Naturakademie verantwortlich ist. Besonders in Südamerika werden Esel immer noch eingesetzt, zum Beispiel, um das Gepäck bei den Wanderungen in den Anden zu tragen. "Bei uns in Deutschland hingegen, werden sie meistens zum Spaß genutzt." Dass man beides durchaus verbinden kann, zeigen die Esel im Wildpark. Denn in der Satteltasche trägt Henrietta Kuchen und Thermoskannen mit heißem Tee , Proviant für die Pause einer Wandertour. Die Schnupperkurse sind nur der Anfang. Im Sommer sollen auch mehrstündige oder gar mehrtägige Trekkingtouren angeboten werden können. Geritten werden die Esel bei den Touren allerdings nicht. Das wäre, wie Hill erklärt, im Vergleich zu einem Pferd auch nicht komfortabel. Das muss dann also doch Pony Lotte übernehmen.

Die Naturakademie im Saarland bietet am Sonntag, 4. Dezember, und Samstag, 10. Dezember, jeweils ab 14 Uhr Eseltrekking-Schnuppertouren im Stadtwald Saarbrücken an.

Die Tour kostet acht Euro pro Person und dauert etwa eine Stunde. Treffpunkt ist das Eselgehege im Saarbrücker Wildpark. Im Preis sind auch Kaffee, Tee , heiße Schokolade und Kuchen enthalten.

Anmeldung per E-Mail an info@e-z-n.eu.

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