Naturschützer werben fürs Gärtnern in der Stadt

Urban Gardening – das Gärtnern im Herzen der Städte und Gemeinden – ist nicht nur wegen seines trendigen englischen Namens schwer in Mode. Der Bund für Umwelt und Naturschutz will den Fankreis noch wachsen lassen.

Leckeres Gemüse für jeden, gezogen im Schatten von Kirchtürmen, nur ein paar Meter vom lärmigen Innenstadtbetrieb entfernt? In Saarbrücken gibt's das schon. Die Idee vom Gärtnern in der Stadt gedeiht in der größten Saar-Kommune offenbar. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Deutschland will nun die Begeisterung für das Hegen und Pflegen grüner Inseln mit dem dafür wichtigen Rüstzeug unterfüttern. Er startet deswegen eine Infokampagne. Dazu gehört der kostenlose Vortrag "Urban Gardening - vom Gärtnern auf dem Balkon ". Eva-Marie Ratius hält ihn am Donnerstag, 24. Juli, von 19 bis 21 Uhr im Besprechungsraum des Hauses der Umwelt , Evangelisch-Kirch-Straße 8. Dort gibt es außerdem am Samstag, 26. Juli, 14 bis 20 Uhr, einen kostenlosen Workshop. Anmeldungen für beide Angebote bitte per Mail an info@bund-saar.de.

Der BUND will mit seinen Angeboten dem Stadtgärtnern weitere Freunde verschaffen. Denn noch sei das Bedürfnis, Grün in die Stadt zu bringen, relativ gering. Das habe mit dem hohen Grünflächenanteil in den größeren Städten ebenso zu tun wie mit der eher ländlichen Gesamtfläche des kleinsten bundesdeutschen Flächenlandes. Zudem gehöre zu vielen Wohnhäusern ohnehin ein mehr oder weniger intensiv genutzter Garten. Aber wer so etwas nicht sein Eigen nennt, kann sich ja nun der wachsenden Zahl der Interessenten am "Gärtnern in der Stadt" anschließen.

Dabei geht es dem BUND zufolge nicht nur um den Gemüseanbau in der Stadt. Vielmehr sei ein Gemeinschaftsgarten Zeichen eines wiedererwachten Bedürfnisses nach Gemeinsamkeit und Selbstversorgung. Nicht zu unterschätzen ist nach Ansicht der Naturschützer der Anteil der Mehrfamilienhäuser in den Innenstädten und den ländlicheren Bereichen, in denen Mietern, wenn überhaupt, nur ein Balkon zur Verfügung steht. Dort wachse das Bedürfnis, über eine saisonale Bepflanzung hinaus neue Wege zu gehen und auf kleinstem Raum eine große Vielfalt an Kräutern, Gemüse und Obst anzupflanzen.

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