Narren feiern farbenprächtig ihr Finale

Mit dem großen Umzug in Großrosseln ist gestern die Straßenfastnacht in der Region ausgeklungen. Über 25 000 fröhliche Zuschauer erlebten das Defilee von 85 Motivwagen, Fußgruppen und Kapellen.

Länger als gewöhnlich warteten am Dienstagnachmittag mehr als 25 000 Jecken auf den Großrosselner Karnevalsumzug. Moderator Fred Schuler hatte an der Rosseltalhalle bereits das traditionelle Startlied "Mir Rossler sinn doll doll" gespielt, und alle Narren in Hörweite hatten sich bereits darauf eingeschunkelt.

Vom Zug war aber noch lange nix zu sehen. Den Grund lieferte Schuler wenig später über sein Mikrofon: "Einer der Umzugswagen hat ein Problem, deswegen kommen die anderen nicht vorbei." Sogar die Feuerwehr musste mit einem Einsatzwagen ausrücken, um den Zug in Fahrt zu bringen. Nachdem das Feuerwehrauto aber zurück in seiner Halle war, lief der Zug wie am Schnürchen.

Herold Adolf Herth führte den Umzug traditionell an, wenige Meter dahinter, nur von der Fußgruppe "Red-Hat-Ladys", den Frauen mit den roten Hüten, getrennt, folgte Zugführer Karl Fuss in seinem Fahrzeug. Erstmals in der Geschichte der Rossler Umzüge verließ er seinen Wagen, um den Besuchern über Schulers Mikrofon noch einmal den Grund für die viertelstündige Verspätung zu erläutern. Außerdem kündigte er an: "Der Zug ist ein bisschen durcheinander gekommen." Und das führte zu einer weiteren Premiere. Als Schuler merkte, dass sein Ablaufplan nicht mehr stimmte, stieg er einfach von seinem Pult auf einer Lkw-Ladefläche hinab und interviewte die anrückenden Gruppen. Insgesamt waren es 85 Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen, die "Doll Doll" und "Alleh Hopp" schreiend durch die Rosseler Hauptstraße zogen und dabei jede Menge Konfetti und Süßigkeiten ins närrische Volk warfen.

"Wir haben auch Vertreter aus allen Großrossler Stadtteilen im Zug mit dabei", so Moderator Fred Schuler stolz. Zum Beispiel die Hinne Hott aus Naßweiler, die Karlsbrunner XXL-Booze. Eine Gruppe aus St. Nikolaus hatte die NSA-Abhör-Affäre zu ihrem Thema gemacht, sie waren als Handys verkleidet, einer der Sprüche: "Abhören, was verbindet." Die Doll Doll waren nicht nur mit Kinderprinz, Kinderprinzessin, Kindernarr, Prinz und Narr, sondern auch mit einem Heer von Prinzenrollen unterwegs. Prima kamen auch Schafe, Lamas, Bergmannskühe und Esel des Vereins Maltiz im Umzug an. Eine der größten Gruppen, die Narrenzunft Allemannische Fastnacht, hatte die weiteste Anfahrt auf sich genommen, sie kam aus Mannheim. Die größten Wagen fuhren am Zugende, sie stellten die Arbeitsgemeinschaft Heidstock und die Kulturvereinigung Dudweiler Paffenkopf. Im Kreisel an der Ortsgrenze stiegen nur wenig Teilnehmer aus. So zog der Zug quasi an sich selbst vorbei. Dabei stachelten sich die Mitmacher gegenseitig an und sorgten für viel Stimmung und noch mehr "Doll Doll".

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