Nacht der Kirchen jetzt saarlandweit

Am Pfingstsonntag findet die ökumenische Nacht der Kirchen statt. 47 Gotteshäuserbeteiligen sich saarlandweit an der Aktion und laden dazu ein, die Kirche einmal anders zu erleben.

"Wir möchten die Kirche in einem anderen Licht erscheinen lassen und zeigen, dass sie sich auch weiterentwickelt hat." Dieses Ziel hat sich Helmut Paulus, Sprecher der evangelischen Kirche, für die lange Nacht gesetzt.

Bereits zum sechsten Mal findet die Aktion dieses Jahr statt, aber zum ersten Mal nicht nur in Saarbrücken, sondern saarlandweit. "Wir sind gespannt, wie die neue Ausrichtung angenommen und vor allem, wie es in den ländlichen Gebieten ablaufen wird. Denn dort können die Besucher ja nicht so einfach von Kirche zu Kirche wandern," meinte der katholische Dechant Benedikt Welter. Er vermutet aber, dass dafür die Atmosphäre in den kleineren Gemeinden familiärer sei als in den Städten.

Die Nacht beginnt an Pfingstsonntag um 18 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Ludwigskirche. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen und wird eine Lesung vortragen. Zum Gottesdienst sind Vertreter aller teilnehmenden Gemeinden eingeladen. Sie können eine Laterne in Empfang nehmen, die an das Pfingstfeuer erinnern soll und gleichzeitig eine Belohnung für die organisatorische Arbeit ist.

Die Gemeinden haben sich für den Abend so einiges einfallen lassen und teilweise ein eher ungewöhnliches Programm auf die Beine gestellt. Der Kochclub "Männer am Herd" wird beispielsweise in der evangelischen Kirche in Schafbrücke Rezepte aus der Bibel zubereiten. "Wir kochen ein Linsengericht, ein Versöhnungsgericht und ein Pharaonengericht", verrät der evangelische Pfarrer Jörg Metzinger schon mal im Voraus. Das Essen werde dann verteilt.

Aber auch jüngere Menschen kommen an dem Abend nicht zu kurz. Das Programm soll auch sie ansprechen und dazu bewegen, wieder häufiger den Gottesdienst zu besuchen. Die "Jugendkirche eli.ja St. Elisabeth" bietet in Kooperation mit der Musikschule der Landeshauptstadt Tanz- und Trommelworkshops an, die stündlich neu beginnen. "Diese Vielfalt und Abwechslung sind gerade das Tolle an der Nacht der Kirchen. Die Gemeinden sind aufgerufen, sich zu überlegen, wie man die Kirche auch mal über das Standardprogramm hinaus nutzen kann", so Paulus. Natürlich gibt es auch "gewöhnliche" Gottesdienste mit viel Musik und Meditation. Um für die Aktion zu werben und das Ziel die Kirche in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, werden bis Pfingsten täglich vereinzelte Kirchen mit roten Scheinwerfern angestrahlt.

Metzinger freut sich auch auf die Reaktionen der Besucher, die in den letzten Jahren immer positiv ausgefallen seien. Es sei wichtig zu sehen, dass es noch viele Menschen gibt, die sich von der Kirche faszinieren lassen, vor allem da sich die negativen Schlagzeilen in letzter Zeit häufen würden. Und was wünscht sich der evangelische Pfarrer für die Nacht der Kirchen? "Wir hoffen, so viele Menschen zu begeistern, dass nächstes Jahr noch mehr Gemeinden mitmachen wollen."

nacht-der-kirchen-saar.de