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Nach Stationsschließung: Angehörige fordern Hilfe der Behörden

Nach Stationsschließung: Angehörige fordern Hilfe der Behörden

Nachdem eine Station im Saarbrücker Seniorenheim „Haus Eligius“ wegen Pflegemängeln geschlossen wurde, fordern Betroffene Hilfe bei der Suche nach alternativen Heimplätzen.

Angehörige von Pflegepatienten der stillgelegten Wohnstation "Halberg" des Saarbrücker Seniorenheims "Eligius" fordern mehr Hilfe der Behörden bei der Suche nach alternativen Heimplätzen. Ein Angehöriger, der anonym bleiben möchte, widersprach der Darstellung des Heimbetreibers Vitalis, wonach viele ehemalige Bewohner der Wohnstation sowie deren Angehörige den Wunsch geäußert hätten, in der Einrichtung bleiben zu wollen. "Vielen fehlt einfach nur die Alternative. Sie wissen nicht wohin", sagte er der SZ. Nach Informationen unserer Zeitung haben fünf der 18 Bewohner der stillgelegten Wohnstation noch kein neues Pflegeheim gefunden.

Der Angehörige bestätigte zudem Hinweise, wonach sich die Pflegequalität auch nach Bekanntwerden von gravierenden Pflegemängeln nicht verbessert habe (wir berichteten). Sein inzwischen verstorbener Vater sei im September ausgehungert und ausgetrocknet mit einem Infekt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er habe seinen Vater über anderthalb Jahre hinweg nahezu täglich im Heim besucht und dabei viele Missstände beobachtet und gemeldet. So sei etwa die Körperpflege bei seinem Vater ungenügend gewesen. "Die Zahnpastatube, die ich mitgebracht habe, war nach einem halben Jahr noch ungeöffnet." Auch seien Arzttermine seines Vaters versäumt worden. Schwierigkeiten habe zudem die Kommunikation mit den oft schlecht Deutsch sprechenden Pflegern gemacht.

Aufgrund der Missstände hatte die beim Gesundheitsministerium angesiedelte Heimaufsicht die Schließung der Wohnstation zum 15. November angeordnet. Im Justizausschuss des Landtags hat die Staatsanwaltschaft gestern über das Verfahren im Zusammenhang mit den Missständen berichtet. Der saarländische Pflegebeauftragter Jürgen Bender hatte Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verletzung der Aufsichtspflicht erstattet.