Musik zwischen Hagel und Sonnenschein

So wechselhaft wie das Wetter, so vielseitig war die Musik bei den Festivals Saarklang und Fête de la Musique im Viertel und in der Innenstadt. Gefeiert wurde auf jeden Fall, auch wenn der Samstagabend abrupt zu Ende war.

Wie klingen Saarklang und Fête de la Musique dieses Jahr? Vielseitig wie das Wetter zeigen sich die beiden Festivals. Das junge, von Studenten organisierte Festival Saarklang und die traditionelle Veranstaltung der Stadt kooperieren wieder miteinander, mit Workshops, Stummfilmvertonung, Vorträge, Führungen und Konzerten.

Die selbst ernannte "Bankrock"-Band Stubbi Oberwasser Trio eröffnet um 15 Uhr das Saarklang-Festival. Die Musiker - sie nennen sich Trio, sind aber mehr als drei - stehen in weißen Unterhemden im Jugendzentrum in der Försterstraße auf der Bühne. Die fünf jungen Musiker haben sich Selbstironie zum Motto gemacht und das zeigen sie auch in ihrer Moderation. "Unser nächstes Lied ist eine Ballade an die Marktwirtschaft - es heißt Eismann", erklärt der Sänger. Auch Janosch Rudack, ehemaliger Leiter des Saarklang-Festivals und Posaunist der Band, ist zufrieden mit seinem Auftritt. Nun kann er sich entspannt die anderen Bands anhören.

Gleichzeitig spielt in der Fußgängerzone im Kaiserviertel bereits vollkommen andere Musik. Niklas Müller baut gerade seine Loopstation ab, um sich als Dirigent der nun folgenden Combo der Musikschule im Kaiserviertel vorzubereiten. Die Jazzcombo schafft es, einige der Samstagseinkäufer zum stehen bleiben und mitwippen zu bewegen. "Seit elf Uhr sind wir jetzt hier und es ist ganz toll", äußert sich ein Mitarbeiter der Musikschule begeistert und widmet seine Aufmerksamkeit in der nächsten Sekunde wieder ganz dem Jazzklassiker "stolen moments". Im Publikum sind Eltern mit ihren Kindern auf den Schultern, Teenager, Erwachsene - die Fête de la Musique erfüllt ihren Auftrag mal wieder und bietet allen Interessengruppen Musik.

Vor 32 Jahren in Paris erfunden, will das Fest allen Musikern die Möglichkeit geben, eine Bühne zu finden und allen Zuhörern eine breite Auswahl an unterschiedlicher Musik bieten. Was dieses Jahr nicht so gut funktioniert, ist die Begrüßung des Sommers. Kurz nach der Präsentation setzt - nicht zum ersten Mal heute - ein Unwetter ein. Hagelkörner und Unmengen an Wasser lassen die Straßen an einem Samstagnachmittag von der einen auf die andere Minute wie ausgestorben wirken. Die beiden Festivals lassen sich davon nicht irritieren.

Eine ganz andere Art der Musik präsentiert die Band "Asozial im Weltall" um halb acht auf der Saarklang-Hauptbühne auf dem Max-Ophüls-Platz. Mit ihrer mitreißenden Performance bringen sie einige der Fans zum Tanzen, die eigentlich nur auf das Konzert der Killerpilze warten. Mit selbstgeschriebenen Songs und Texten liefert die Band einen souveränen Auftritt vor dem Headliner. "Wir wollten dieses Jahr mal einen überregionalen Headliner", erklärt Sarah Tegeler, Leiterin der Veranstaltung. "Die Band hat heute Vormittag schon Soundcheck gemacht und sie sind sehr chillig drauf". Die Killerpilze kenne man halt. Trotzdem, die letzte Band am Abend "Le Magnetophone" schafft es, das Publikum um ein Vielfaches zu begeistern und das als regionaler Act. Bis das Konzert zum Bedauern des Publikums abrupt beendet wird, weil um Punkt elf Uhr die Polizei die Veranstaltung wegen "Ruhestörung" unterbricht.