Musik und Hofklatsch aus alter Zeit im Schlossfestsaal

Es wurde ein "spannender Abend mit neuer Musik aus alter Zeit", wie Joachim Fontaine zur Eröffnung versprach. Alleine schon Fontaines Moderation war den Weg in den geschmackvoll illuminierten Festsaal des Saarbrücker Schlosses wert.

Über die Bühne projizierte Gemälde illustrierten seine Zeitreise auf den Spuren des Komponisten Christian Ernst Graf (1723 bis 1804), der dem Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken jene nun hier erklingenden Streichquartette gewidmet hatte.

Bei Fontaines faktenreichen wie kurzweiligen Ausführungen kamen Musikliebhaber ebenso auf ihre Kosten wie historisch Interessierte - selbst der Saarbrücker Hofklatsch um Ludwigs Maitressenverbrauch durfte nicht fehlen. Ein Genuss waren die Interpretationen des Via-Nova-Quartetts um Geigerin Mechthild Blaumer: Ob Lyrisches mit Pizzicato-Begleitung im Stil einer Romanze oder pointiert gestrichene zügige Sätze, das Ensemble hat "seinen Graf" verinnerlicht - und bot hier obendrein eine überzeugende Kostprobe aus der Feder des Zeitgenossen Joseph Haydns. Christian E. Graf als pfiffigen Witzbold lernte das begeisterte Auditorium bei der Zugabe kennen, mit seinem Duo économique für zwei Musiker mit nur einer Geige.