„Multi-Kulti pur“

Die SF Saarbrücken vereinen in ihren Fußball-Teams zahlreiche Nationen miteinander. Neben dem Platze laufen vielfältige soziale Projekte. Dafür wird der Verein mit dem Hermann-Neuberger-Preis ausgezeichnet.

"Ich war hellauf begeistert", schildert Jürgen Altes seine Reaktion auf den Anruf des Saarländischen Fußball-Verbands. Am 13. März darf der Vorsitzende der Sportfreunde 05 Saarbrücken einen Scheck über 5000 Euro in Empfang nehmen. Der Club aus Burbach wird dann mit dem Hermann-Neuberger-Preis für soziales Engagement und Integration ausgezeichnet. "Wir fühlen uns sehr geehrt und sind stolz, dass unser Engagement so gewürdigt wird. Für uns ist das eine Bestätigung. Auch dafür, dass das Sportliche eben nicht alles ist", sagt Altes.

Der Hermann-Neuberger-Preis für soziales Engagement wird vom Landessportverband für das Saarland (LSVS) zum zweiten Mal vergeben. In diesem Jahr konnten die Burbacher die Jury überzeugen. "Was seit einigen Jahren erfolgreich läuft, ist die vereinsinterne Hausaufgaben-Hilfe. Das wird sehr gut angenommen", sagt Altes. Aber das ist längst nicht das einzige Projekt: "Seit zwei Jahren veranstalten wir den Martinsumzug mit dem katholischen Kindergarten St. Eligius in Burbach. Zuletzt waren da 500 Teilnehmer. Dieses Jahr wird auch der evangelische Kindergarten mitmachen."

Auch die Integration wird bei den SF großgeschrieben, wie E-Jugendtrainer Baldassare Callari, der als Vierjähriger mit seinen Eltern aus Italien nach Deutschland einwanderte, sagt: "Alleine bei mir in der E-Jugend spielen Kinder aus zehn verschiedenen Nationen", berichtet der 60-Jährige. "Bei uns herrscht Multi-Kulti pur. Italiener, Türken, Kurden, Araber, Franzosen, Russen, Rumänen, Deutsche. Da ist alles dabei und es klappt super." Callari arbeitet schon seit 15 Jahren ehrenamtlich als Trainer. Doch mit den 30 Kindern, die er unter seinen Fittichen hat, ist es für ihn nicht getan. Mit Sportlehrer Georg Danielczok übernimmt "Aldo" einmal pro Woche die Betreuung einer Fußball-AG mit rund 20 Kindern an der Grundschule Weyersberg.

Bei den SF sei die Entwicklung in der Jugend "sehr gut", sagt Callari, was Altes bestätigt: "Von den Minis bis zur D-Jugend haben wir eigenständige Mannschaften. Bei den Minis haben wir 20 Kinder. In der F-Jugend haben wir zwei Teams gemeldet, genauso in der E-Jugend, dazu eines in der D-Jugend." Der Nachwuchs spielt im Juni beim Pfingstturnier, zu dem über 50 Teams erwartet werden. Von der C- bis zur A-Jugend bilden die SF eine Spielgemeinschaft mit dem SV Rockershausen und dem SV Klarenthal.

Dass Burbach wegen hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Probleme oft negativ gesehen wird, versteht Altes nicht: "Das Positive, nämlich dass hier viele verschiedene Kulturen zusammenfinden und miteinander leben, wird häufig vergessen." Als Beispiel nennt er den orientalischen Markt, auf dem die Sportfreunde regelmäßig vertreten sind. Aktuell wäre da auch das Thema Fasching: Am Rosenmontagszug in Burbach nahm der Club mit zwei Wägen teil, einer mit Live-Band, der andere mit über 80 Kindern und Eltern, dazu kam noch eine Fußgruppe. Die Projekte der Burbacher sind vielfältig, der Hermann-Neuberger-Preis ist laut Altes mehr als bloße Bestätigung. "Das ist zugleich ein Ansporn für den ganzen Verein, für die vielen Ehrenamtlichen, weiterzumachen. Das fängt beim Präsidenten an und hört beim Jugendtrainer auf."