Mit Rock und Operngesang gegen Rassismus

Elf Bands treten heute beim Konzert gegen Rassismus in der Gemeinschaftsschule Neunkirchen auf. Die Veranstaltung hat eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft selbstständig organisiert.

Unter dem Motto "Eine Schule - viele Töne" präsentieren die Schüler der Arbeitsgemeinschaft (AG) "Schule ohne Rassismus" der Gemeinschaftsschule Neunkirchen am heutigen Donnerstag, 13. März ein öffentliches Konzert.

Bis auf vier Ausnahmen liegen die Wurzeln der Teilnehmer dieser AG in der ganzen Welt aber zu Hause sind sie alle in Neunkirchen. 2013 hatten die Mitglieder der AG bereits ein Konzert organisiert. In diesem Schuljahr sind die meisten Teilnehmer neu, doch sie hatten von Anfang an große Lust, das Projekt ihrer Vorgänger zu wiederholen. "Wir waren uns in der AG ziemlich schnell einig, dass wir auch ein Musik-Event veranstalten wollen", erzählt Karina beim Besuch der SZ. Die Schülerin mit kasachischen Wurzeln übernimmt in diesem Jahr einen Teil der Moderation.

In den vergangenen drei bis vier Monaten wurde dann intensiver gearbeitet. Plakatgestaltung, Auswahl der Bands, Versorgung der Gäste mit Kuchen und Getränken. Alles Schülersache. Mit Zahlen durfte sich zum Beispiel "Finanz-Chefin" Dilara rumschlagen, die aus der Türkei kommt.

Elf Musikgruppen konnte die AG, die überwiegend aus Neun- und Zehntklässerln besteht, verpflichten. Davon kommen vier von außerhalb der Schule wie die Jungs von "Blingpoint" aus Saarbrücken oder die Metal-Band "The Day we fall". Von Rock über Metal bis hin zu Operngesang ist das Programm kunterbunt - "so wie unsere Gruppe", sagt Sophie aus Hangard.

"In dieser AG ist jeder Schüler sein eigener Cocktail", erzählt Schulsozialarbeiter Peter Balnis, der das Projekt koordiniert und den Schülern für ihre Arbeit Rede und Antwort steht. "Mir ist vor allem wichtig, dass die Schüler die Möglichkeit haben, ihre eigenen Konzepte zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen", beschreibt Balnis, wie die Arbeit in der AG funktioniert.

Tickets haben die Jugendlichen fleißig im Schulhof während der Pausen verkauft. Auch Politiker aus dem Kreis werden erwartet. Aber die Schüler wünschen sich vor allem viele Besucher von außerhalb des Schulumfeldes. "Wir wollen mit dieser Aktion ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit setzen. Wir haben die Auszeichnung ‚Schule ohne Rassismus' bekommen und diese Einstellung wollen wir auch nach außen tragen", kündigt Sophie ihre Absicht an. Diese Auszeichnung bekommt eine Schule, wenn 70 Prozent aller Menschen dort (Schüler, Lehrer und sonstige Mitarbeiter) eine Charta gegen Diskriminierungen und insbesondere Rassismus unterschreiben.

Auch wenn das Konzert das größte Projekt der AG in diesem Jahr ist, ist es nicht das letzte. Bis zum Ende des Schuljahres wollen die Schüler unter anderem noch einen Projekttag zum Thema sexuelle Vielfalt organisieren und die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg besuchen.

Das Konzert findet heute in der Aula der Schule in der Haspelstraße in Neunkirchen. Erster Teil von 14 bis 16 Uhr, zweiter Teil von 16 bis 18 Uhr. Eintritt: 1,50 Euro für Schüler, 2,50 Euro für Erwachsene.