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Mit Hackern und Helfern gepunktet

Saarbrücken. Den mit 50 000 dotierten Landes Preis für Hochschullehre teilen sich in diesem Jahr Wissenschaftler der Saar-Uni und der Hochschule für Technik und Wirtschaft´. Sie wurden für zwei unkonventionelle Projekte ausgezeichnet. Eva Lippold

Studenten schulen Pflegeschwestern einer buddhistischen Klosterklinik in Südostasien - und sie lernen, wie Hacker zu denken, um so Internet-Attacken besser abwehren zu können. Zwei gleichermaßen ungewöhnliche wie unterschiedliche Lehrkonzepte der Saar-Uni und der Hochschule für Technik und Wirtschaft wurden gestern mit dem Landespreis für herausragende Lehre ausgezeichnet.

Für ihr Proseminar "Hacking", das Studenten praxisnah und fächerübergreifend den Umgang mit IT-Sicherheit beibringt, räumte das Team um den Informatiker Michael Backes und den Rechtsinformatiker Christoph Sorge eine mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung ab. "Wir wollen den Preis nutzen, um unser Lehrangebot noch weiter auszubauen", sagte Preisträger Sorge.

In dem Proseminar lernen Studenten die Methoden von Hackern kennen, um Sicherheitslücken in IT-Systemen aufzuspüren. Gleichzeitig werden sie in juristischen und ethischen Grundlagen geschult.

Ebenfalls mit einem Lehrpreis von 25 000 Euro wurde das Programm "Nurse-Aide-Training" von Professor Martha Meyer und Studenten des Studiengangs Management im Pflege- und Gesundheitsmanagement der HTW ausgezeichnet. In dem Projekt verbrachten Studenten zwölf Wochen in einer Klosterklinik in Myanmar, um das Pflegepersonal dort medizinisch und pflegerisch zu schulen. Am Ende des Trainings erhielten die burmesischen Pflegeschwestern ein Zertifikat der Hochschule. "Langfristig wollen wir mit dem Projekt die gesundheitliche Versorgung verbessern", sagte Professor Martha Meyer.

Der Landespreis für Hochschullehre ist der höchstdotierte Wissenschaftspreis im Saarland und wird seit 2003 verliehen. Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren 160 Lehrprojekte um die Auszeichnung bemüht. Damit habe sie bereits eine konkrete Wirkung entfaltet, betonte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Laudatio hielten Unipräsident Volker Linneweber und HTW-Rektor Wolrad Rommel. Linneweber bedankte sich explizit bei der Landesregierung, "dass dieser wichtige Preis in dieser Kontinuität auch in schweren Zeiten verliehen wird".