Mit Farbe die Welt erfassen

Bexbach/Saarbrücken. Die Bexbacher Künstlerin Ute Gortner stellt derzeit in der Galerie Besch in Saarbrücken in der Bismarckstraße 6 aus. Bis Samstag, 21. Februar, können Kunstliebhaber sich ihre Bilder betrachten.Ute Gortner studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel und bei Johnny Friedländer in Paris

Bexbach/Saarbrücken. Die Bexbacher Künstlerin Ute Gortner stellt derzeit in der Galerie Besch in Saarbrücken in der Bismarckstraße 6 aus. Bis Samstag, 21. Februar, können Kunstliebhaber sich ihre Bilder betrachten.

Ute Gortner studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel und bei Johnny Friedländer in Paris. Ihre Vorliebe galt über viele Jahre den Drucktechniken, insbesondere der Radierung, und der Zeichnung. Der sensible, feine Strich, die Sorgfalt ihrer Arbeiten mit einer beinahe zärtlichen Anteilnahme an allem, was existiert, garantierten der begnadeten Zeichnerin Erfolg, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Vor rund zehn Jahren hat sich etwas verändert. Trotz zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland, trotz Auszeichnungen und Preisen war die Zeit der feinen Grafik, die schwerpunktmäßig mit Grauwerten, Licht- und Schattenwerten und mit der Linie arbeitet, vorbei. Ute Gortner wollte zur Farbe, zur Leinwand, zum größeren Format, zum Raum. Das war ein Loslassen und ein Neuanfang, und das bedeutet über Jahre sich auf Neues einlassen und wieder Neues aufbauen, heißt es weiter.

Mit ihrer aktuellen Ausstellung tritt die Malerin den Beweis an, dass ihr tiefgründiges Erfassen der Welt und ihrer Phänomene auch im Medium der Farbe und auf der Leinwand gilt.

Die Farberscheinungen ihrer Bilder sind der Natur mit Augen abgetastet. Das heißt, sie beobachtet Wasseroberflächen und das schillernd Unbekannte, das aus den Tiefen aufleuchtet. Sie beobachtet sowohl die Reflexe aus Licht und Dunkel, die Farbphänomene, als auch die feinen, kleinen Dinge und Wesen, die in dieser anderen Welt leben. Die Spannweite von Ute Gortners Malerei reicht von zarten, diffusen Erscheinungen in der Skala der Pastellfarben bis hin zu kontrastreicher Dynamik. Tiefe Finsternis wird von Licht- und Farbblitzen aufgerissen. Die Dramatik eines Gewitterhimmels von Rubens kann aus der Erinnerung aufscheinen. Hier sind existenzielle Mächte am Werk.

Die tiefe Dunkelheit lässt Rottöne erglühen, im Kontrast wird Weiß zu gleißender Helle.

Ganz anders die Werkgruppe der Wasserbilder: Lichtblaue Pastelltöne, schillerndes Türkisgrün von hellem Rotrosa gesteigert, diffuse Übermalungen erzeugen eine Traumwelt. Seit Jahrhunderten steht Wasser für die Untiefen der menschlichen Seele, sagt Gortner. red

Die Ausstellung in der Galerie Besch in Saarbrücken Bismarckstraße 6, ist bis 21. Februar zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags, elf bis 19 Uhr, Mittwoch von elf bis 21 Uhr - und nach Vereinbarung.