Mit elf Mann fing die Narretei an

Seit 4 x 11 Jahren erfreuen die Kneisjer vom Hoferkopp närrisch ihr Publikum. Ihr Jubiläum wollen die Bildstocker Fastnachter gebührend feiern. Unter anderem mit einem Festkommers im Friedrichsthaler Rathaus.

Lustig waren sie immer, die Bildstocker. Früh pflegten sie in Theatervereinen das komische Fach. 1919 gründeten sie den ersten, 1922 den zweiten Verein. Aber es sollte lange dauern, bis die wahren Hüter des Frohsinns, die Fastnachter, in Bildstock eine Gesellschaft gründeten: die "Kneisjer vom Hoferkopp". Und nun feiern sie Jubiläum: Die Kneisjer werden vier Mal elf Jahre. An diesem Sonntag, 26. Januar, findet im Festsaal des Friedrichsthaler Rathauses der Kommers statt. Start des närrischen Spektakels ist um 11.11 Uhr. Wie Gerd Müller, der 1. Vorsitzende erklärt, gibt es vor dem Festsaal eine kleine Ausstellung mit alten Bildern, Sessionsorden und -heften.

Ein Blick zurück: Erst um 1950 wurde Karneval in Bildstock salonfähig. Im "Trierer Hof" war die erste Kappensitzung. Garden, Elferräte und andere Gruppen gab es damals noch nicht. Auch wenn die Premiere ein Erfolg war - das Projekt "Fastnacht in Bildstock" schlief wieder ein. Ende der 50er Jahre machten Mitglieder der katholischen Jugend einen erneuten Anlauf. Doch es sollte bis 1970 dauern, bis die Bildstocker einen Karnevalsverein bekamen. Zur Gründungsversammlung am 17. Juni kamen genau elf Männer: Gerhard Stillemunkes, Karlheinz Poth, Werner Lillig, Werner Meyer, Franz-Josef Kriebisch, Berthold Kopp, Gerd Brill, Gerd Ballier, Ferdi Klein, Peter Müller und Harald Euler. Sie legten gleich los wie die Feuerwehr. Am 23. Januar 1971 war die erste Kappensitzung. Kommentar der Presse: "Die Kneisjer machen eine urwüchsige und bodenständige Fastnacht." Das erste Motto lautete: Die Alde senn nommo do". In der ersten Sitzung hatten die Kneisjer keine Garde. Doch schon im Folgejahr wirbelten hübsche Mädels über die Bretter. Das ist heute immer noch so.

Seit einigen Jahren aber sind die Kappensitzungen nicht mehr in Bildstock. Als 2008 das katholische Vereinshaus, die Heimstätte der Kneisjer, dichtgemacht wurde, zog der Verein "von Bildstock ganz oben" runter in die Turnhalle der Friedrichsthaler Bismarckschule. Seither wird von der ersten Kappensitzung bis Aschermittwoch das Gelände zum Bildstocker Hoheitsgebiet erklärt. Doch wie das in einer solch langen Vereinsgeschichte ist, nicht immer war alles eitel Sonnenschein. So in der Session 2003/2004, als es im Vorstand Auflösungserscheinungen gab. Doch eine Handvoll Karnevalsverrückter, die meisten sind heute noch dabei, rissen das Ruder herum und der Kneisjesdampfer nahm wieder volle Fahrt auf.

Man könnte sagen: Die letzten elf Jahre der Bildstocker Narren standen unter dem Motto: "Kneisjer - the next generation". Heute führt ein 13-köpfiges Team den Verein. Das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" gilt übrigens nicht für die Fastnachter. Denn wie sagt Gerd Müller doch: "Bei uns wird oft heißblütig und kontrovers diskutiert, allerdings immer zielgerichtet zum Wohle des Vereins." Darauf ein dreifaches Kneisje Olé!

Die Kostümsitzungen der Kneisjer sind am 8., 15. und 22. Februar, um 20.11 Uhr in der Turnhalle der Bismarckschule. Am Fetten Donnerstag, 27. Februar, feiern die Kneisjer in der Halle ab 19.11 Uhr Weiberfastnacht. Auch sind die Bildstocker Narren beim Friedrichsthaler Rathaussturm am Freitag, 28. Februar, dabei. Am Sonntag, 2. März, findet in der Turnhalle ab 15.11 ein Kindermaskenball statt. Und schließlich laden die Kneisjer nach dem Rosenmontagsumzug am 3. März zum bunten Treiben.

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