Mit der Spitze in den Himmel

Seit einem Jahr hat SZ-Mitarbeiter Alexander Manderscheid einen Schirm, den er noch nie benutzen konnte. Schluss damit!

Meinung:
Mit der Spitze in den Himmel

Ich muss schnell machen, muss schreiben, aber ich habe keine Zeit. Ich will raus, draußen regnet es. Und es wird schon langsam weniger.

Seit über einem Jahr habe ich einen Schirm, aber ich habe ihn noch nie benutzt. Er ist ein klassischer Schirm, groß, schwarz, mit einer Spitze aus Metall und rundem Griff. Keiner dieser Knirpse, die man schnell in der Tasche verschwinden lassen könnte. Nein, er macht was her. Wenn man ihn wie einen Stock aufsetzt, drehen sich die Leute um, wenn man ihn öffnet, kann man Sinatra singen hören.

Er ist aber leider auch die Karikatur eines alten Spruchs, den jeder kennt. Immer wenn ich ihn dabei habe, machen die Wolken dicht. Ist das seine Funktion? Ich hoffe nicht! Das wäre mir zu glatt. Ich will, dass er gegen den Regen kämpft, dass seine Spitze sagt: "Wettergott, Du bist schachmatt!"

So, jetzt geht's los. Die Zeilen sind voll. Den Kollegen werde ich sagen, ich muss mir schnell etwas zu essen holen. Später können sie ja dann in der Zeitung lesen, was wirklich war.