Mit der Niedtalbahn von Saarbrücken nach Luxemburg?

Der Bahn-Konzernbevollmächtigte Jürgen Konz will die Zugverbindung von Saarbrücken nach Luxemburg verbessern. Martin Silvanus, Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg, fordert die DB nun zum Erhalt der Niedtalbahn auf.

Die Niedtalbahn könnte nach jahrelangem Hin und Her nun doch zum Zug kommen. Der Bahn-Konzernbevollmächtigte Jürgen Konz hat angekündigt, die regionalen grenzüberschreitenden Zugverbindungen nach Frankreich und Luxemburg verbessern zu wollen. Als Beispiel nannte er auch die Niedtalbahn-Strecke von Saarbrücken über Dillingen, Bouzonville und Thionville in die Hauptstadt des Großherzogtums. Im Gespräch mit der SZ erklärte Konz, dass ein Testbetrieb auf dieser Strecke innerhalb eines Jahres anlaufen könnte - sofern die Landesregierung eine solche Verbindung mitfavorisiere.

Für Martin Silvanus , Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg, und Denis Paysant, Bürgermeister der Partnergemeinde Bouzonville, sind das erfreuliche Nachrichten. "Wir sehen in der Aussage des Bahnchefs eine Bestätigung unserer langjährigen Bemühungen zum Erhalt und Ausbau der Niedtalbahn", sagt Silvanus. Zurzeit fahren lediglich einmal im Jahr Sonderzüge zwischen Dillingen und Bouzonville. Immer an Karfreitag zum Besuch des traditionellen Ostermarktes. Das war früher anders.

Noch bis Anfang Januar 2014 verkehrten täglich Brammenzüge auf der Strecke. Der Güterverkehr ist aus Kostengründen jedoch eingestellt worden. Die Deutsche Bahn (DB) habe daher einen sogenannten Entwidmungs-Antrag für die Strecke zwischen dem Haltepunkt Niedaltdorf und der Landesgrenze gestellt, berichtet der Bürgermeister. Sie wolle diesen Abschnitt stilllegen beziehungsweise verkaufen.

Silvanus fordert den DB-Konzernbevollmächtigten Konz nun dazu auf, diesen Antrag zurückzuziehen. Dadurch würde seine Aussage erheblich mehr Gewicht bekommen. "Mit dieser Reaktion würde die Deutsche Bahn sozusagen eine Garantie-Erklärung für den Erhalt der Funktionsfähigkeit der Strecke auf deutschem Gebiet abgeben", erklärt Silvanus. Er verlangt eine solche Garantie auch für den französischen Abschnitt. "Dazu muss die DB ihr Vorhaben mit der Bahngesellschaft SNCF absprechen."

Für den Bürgermeister ist klar, dass auf die Aussage des DB-Konzernbevollmächtigten Taten folgen müssen. Er erwartet daher, dass sich die Deutsche Bahn zeitnah auch um die technischen Voraussetzungen kümmert, die notwendig sind, um die Niedtalstrecke zu befahren. "Dazu müssten Lokomotiven und Waggons bereitgestellt werden, die für die deutsche und die französische Strecke zugelassen sind."

Silvanus hofft auch auf ein positives Signal von der Landesregierung. Sein Bouzonviller Kollege Paysant habe ihm bereits bestätigt, dass er mit Nachdruck gegenüber der zuständigen französischen Politik-Ebene, der Region Grand-Est, tätig werden wird. Zeitnah möchten die beiden Bürgermeister einen Gesprächstermin mit dem Präsidenten der französischen Großregion (Elsass, Champagne-Ardenne, Lothringen), Philippe Richert, vereinbaren.

Im Januar wollen sie sich zusätzlich mit dem DB-Bevollmächtigten Jürgen Konz treffen. Die Züge sollen schnellstmöglich ins Rollen kommen. Im Kampf um den Erhalt der Niedtalbahn von Saarbrücken nach Luxemburg bekommt Martin Silvanus , Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg, Unterstützung aus Berlin. Der Saarbrücker Linken-Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze kritisiert das Vorgehen der Deutsche Bahn und des Bahn-Konzernbevollmächtigten für das Saarland und Rheinland-Pfalz, Jürgen Konz, ebenfalls. Lutze weist darauf hin, dass die Deutschen Bahn den Streckenabschnitt zwischen Niedaltdorf und der französischen Grenze stilllegen beziehungsweise verkaufen will. Konz hingegen erklärte, er wolle die Strecke von Saarbrücken über Dillingen, Bouzonville und Thionville nach Luxemburg verbessern. Für Lutze ist klar, entweder sei die Aussage von Konz "zynisch" gewesen oder bei der Bahn "weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut". Diese Meinung teilt auch Silvanus. "Die Aussage von Konz ist ein großer Widerspruch zum Verhalten der Deutschen Bahn", beschwerte sich der Bürgermeister. Beide Politiker fordern die Bahn daher dazu auf, die Stilllegung zurückzunehmen oder dem Land den 933 Meter langen Abschnitt kostenlos zu überlassen.