Mit dem Generaldirektor durch die Kunstbaustelle

Saarbrücken. Der Blick von ganz oben ist atemberaubend: über Musikhochschule, Saar und Autobahn hinweg auf das Saarbrücker Schloss. Doch wenn das Gebäude fertig ist, sollen die Menschen nicht wegen der Aussicht kommen. Die Moderne Galerie verfügt über eine Kunstsammlung, die in Deutschland zu den "Top 3" gehört

Saarbrücken. Der Blick von ganz oben ist atemberaubend: über Musikhochschule, Saar und Autobahn hinweg auf das Saarbrücker Schloss. Doch wenn das Gebäude fertig ist, sollen die Menschen nicht wegen der Aussicht kommen. Die Moderne Galerie verfügt über eine Kunstsammlung, die in Deutschland zu den "Top 3" gehört. Staunen unter den rund 100 Besucherinnen und Besuchern, als Meinrad Maria Grewenig, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, ihnen die Bedeutung der Saarbrücker Kunst erklärt. Während er das sagt, steht er mit Mitgliedern der Gesellschaft zur Förderung des Saarländischen Kulturbesitzes mitten in der Baustelle des 4. Pavillons. Die Sonderführung durch den Rohbau leitete er selbst.Draußen hatte Grewenig wesentliche Dinge klargemacht. Sein Fünf-Punkte-Programm: Die Teilnehmer halten sich bitte an die Sicherheitshinweise, folgen ihm "ohne Widerrede", merken sich, dass es am Freitag Lichtinstallationen von Michael Seyl an der Schlosskirche gibt, dass der saarländische Teil von "Mono 2012", die mit 21 Ausstellungen in der Großregion zeitgenössische Kunst präsentiert, am 3. Juni im Völklinger Weltkulturerbe beginnt und dass nach dem Rundgang ein Imbiss im Skulpturengarten gereicht wird.

Im Gebäude dann folgte der ganz entscheidende Hinweis: Über Probleme, die noch zu lösen seien, wolle er nicht reden, sagte Grewenig. So konnten sich die Führungsteilnehmer ihre eigenen Gedanken machen über einen Betonklotz, der den beinahe anmutigen Namen "Pavillon" trägt. Und für gewaltigen politischen Wirbel sorgt.

2014 "frühestens", sagte Grewenig, könne das Gebäude fertig sein. Doch davor stehen viele, viele "Wenns". Grewenig sprach ausdauernd von knapp 30 Millionen, die es gebraucht habe, um das Gebäude in den jetzigen Zustand zu bringen. Den Rohbau also. Klima, Heizung, Kühlung, Sicherheit kosten aber auch noch Geld. 35 Millionen Euro habe der Finanzminister "eingestanden", warf Isolde Ries (SPD) ein.

Das Gebäude muss nicht nur zur Ausstellungsreife gebracht werden, die Anbindung an die Moderne Galerie ist auch noch zu schaffen - und zu finanzieren. Während sich die Gruppe von unten nach oben bewegte, vom Hochwasserschutz also zum Raum mit der wunderbaren Aussicht, reichten die Meinungen von "das kann sich das Land doch nun wirklich nicht leisten" bis "das könnte gut werden". - Doch damit der Vierte Pavillon gut werden kann, braucht es zwingend eine besonders gute Idee für die Gestaltung der Fassade. des