Mit dem Debüt gleich in den Wettbewerb

„Skizzen von Lou“ heißt der Film, den Lisa Blatter beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken präsentiert. Weil sie sich nicht reinreden lassen wollte, hat sie vor dem Dreh mit zwei Kollegen eine Produktionsfirma gegründet.

Ihr Vorgehen ist durchaus ungewöhnlich: Bevor die Schweizerin Lisa Blatter nach dem Filmstudium an der Hochschule in Zürich ihren ersten Film drehte, gründete sie mit zwei jungen Kollegen, Jan Gassmann und Julia Tal, eine Produktionsfirma. "Damit wir unsere eigenen Filme so machen können, wie wir wollen", erklärt die Filmemacherin, Tochter des Schweizer Schriftstellers Silvio Blatter, ihren Schritt.

Mit "Skizzen von Lou" startet Blatters erster Langfilm im Wettbewerb um den Max-Ophüls-Preis (MOP), schon im Vorjahr hat sie den MOP-Preis für den gesellschaftlich relevanten Film eingeheimst. Wie das geht? "Heimatland" war ein Episodenfilm. Darin warfen zehn junge Regisseure , darunter Blatter und Gassmann, einen scharfen Blick auf die Schweiz. Für die junge Produktionsfirma "2:1Film" quasi das Gesellenstück. Blatter: "Wir haben gedacht, wenn wir einen Film gemacht haben, sind wir bereit für diese Filmwelt, dann sind wir bereit, größer zu produzieren." Das hat funktioniert. Für "Skizzen von Lou" hatte Blatter zwar nur ein Budget von rund 600 000 Euro. "Aber der Film war finanziert", betont sie.

Eine kleine Crew, nur wenige Drehorte, das habe den Streifen so günstig gemacht. Ein weiterer Vorteil: "Wir konnten chronologisch drehen." Die Hauptdarstellerin Liliane Amuat ist eine alte Bekannte von Blatter. Die Beiden haben mal zusammen in einem Café gejobbt. In die Geschichte um ein Liebespaar zwischen Freiheitsdrang und Bindungsangst, das Blatter als Porträt ihrer Generation versteht, hat sie auch eigene biografische Erfahrungen eingebracht. Während ihre Lou im Film nur davon spricht, nach Katmandu zu fahren, ist Blatter selbst schon in jungen Jahren durch die halbe Welt gereist. "Ich kenne das eine, das Davonrennen, aber ich kenne es auch sehr gut, dass ich verliebt war und einen Typen hatte, der sagte: Ich weiß nicht, lass es uns offenhalten", erzählt die 37-Jährige. In ihrem Film, für den sie auch das Drehbuch schrieb, wollte sie aber weder für den Mann noch für die Frau Partei ergreifen. Das Problem sei eher, dass beide dem anderen nicht sagen, was sie wollen. Auch das ist ungewöhnlich: "Skizzen von Lou" kommt nicht nur in der Schweiz in die Arthouse-Kinos, sondern auch in Albanien, Mazedonien und Kosovo. Im Film spielt es keine große Rolle, dass der Hauptdarsteller albanische Wurzeln hat. Doch dass "einer von ihnen, der in der Schweiz aufgewachsen ist, ins Kino kommt", sagt Blatter, fände die albanische Community eben sehr interessant.

Termin: am Sonntag, 16.30 Uhr, im Cinestar 3 in Saarbrücken .