Missstände in Heim ohne strafrechtliche Konsequenzen

Saarbrücken · . Die Unregelmäßigkeiten und Missstände insbesondere bei der Medikamentenausgabe und der Pflege auf der Station "Halberg" im Burbacher Seniorenheim "Haus Eligius" bleiben ohne strafrechtliche Konsequenzen.

Jürgen Bender, Landespflegebeauftragter, hatte im Herbst 2014 Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verletzung der Aufsichtspflicht gegen Verantwortliche der Einrichtung gestellt, die zu der Dresdener "Vitalis GmbH" gehört. Anlass war unter anderem, dass eine demente Heimbewohnerin ausgehungert und ausgetrocknet in eine Klinik gebracht werden musste. Die Heimaufsicht griff durch, verfügte die Schließung der Station.

Die Staatsanwaltschaft schloss jetzt ihre Akten in diesem Fall. Die Ermittlungen gegen fünf Beschuldigte aus Geschäftsführung, früherer Heim- und Pflegedienstleitung sowie eine Ex-Pflegekraft wurden, so Pressesprecher Christoph Rebmann, eingestellt. "Zahlreiche und wiederholt aufgetretene Mängel und teils gravierende Fehler in der Versorgung, Pflege und Betreuung" seien zwar im Ergebnis bestätigt worden. Die Ermittler konnten aber keinem Beschuldigten konkrete Pflichtverletzungen nachweisen, die "ursächlich für bestimmte Pflegefehler waren, welche zu Körperverletzungen geführt haben." Der Verdacht, die geringe Ausstattung mit Fachpersonal könnte Auslöser der Missstände gewesen sein, war nicht zu belegen.

Der Heimbetreiber hat angekündigt, im März die geschlossene Station wieder zu belegen. Die Aufsicht prüft derzeit, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

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