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Minischwein Caruso sucht ein neues Zuhause

Saarbrücken. Der kleine Caruso - er hatte bis vor kurzem gar kein schönes Schweineleben. Seine Besitzerin ließ ihn im Hof eines mehrstöckigen Mietshauses nahe Saarbrücken zurück. Dort lebte das vier Jahre alte Minischwein Caruso - allein und bei Minusgraden unter einer Treppe Von SZ-Redakteurin Christine Koch-Dillenburger

Saarbrücken. Der kleine Caruso - er hatte bis vor kurzem gar kein schönes Schweineleben. Seine Besitzerin ließ ihn im Hof eines mehrstöckigen Mietshauses nahe Saarbrücken zurück. Dort lebte das vier Jahre alte Minischwein Caruso - allein und bei Minusgraden unter einer Treppe. Dass Caruso überhaupt überlebte, ist nur dem Engagement einer Mieterin zu verdanken, die das Minischwein fütterte und irgendwann Tierschützer um Hilfe bat.



Ein Fall wie der des kleinen Caruso ist für Dagmar Kliebenstein aus Saarbrücken keine Seltenheit. Sie ist selbst Schweinebesitzerin und Fördermitglied des bundesweiten Vereins Schweinefreunde, der sich für die Belange von Schweinen und Minischweinen einsetzt. Der Verein hilft zum Beispiel dann, wenn Minischweine-Besitzer überfordert sind und vermittelt die Tiere im Notfall weiter. Allein im Jahr 2008 hat der Verein so etwa 200 Schweinen ein neues Zuhause gesucht, derzeit warten bundesweit noch etwa 300 Schweine auf eine neue Heimat. "Wir erleben immer wieder, dass sich Leute ein Minischwein anschaffen oder geschenkt bekommen und es nach ein paar Tagen oder Wochen wieder loswerden wollen. Die Tiere müssen leiden, weil sich die Menschen vorab nicht richtig informiert haben", sagt Kliebenstein.

Dass die Minischweine - anders als ihr Name suggeriert - bis zu 100 Kilo schwer und bis zu 15 Jahre alt werden können und erst nach vier Jahren ausgewachsen sind, wissen die wenigsten. Auch nicht, dass sie bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden müssen. Und dass es nicht erlaubt ist, Minischweine in einem Wohngebiet zu halten und Einzelhaltung gegen das Tierschutzgesetz verstößt. "Das ständige Alleinsein ist purer Stress für die Tiere. Es macht sie krank. Menschen können kein Ersatz sein", sagt die engagierte Tierschützerin. Sie kritisiert auch das Verhalten mancher Züchter scharf: "Ihnen ist es egal, an wen sie die Schweine abgeben. Da zählt oft nur das Geld." Ein Minischwein kann an die 250 Euro kosten.

Artgerechte Haltung, erklärt Kliebenstein, sei letzten Endes nur auf einem Freigelände mit geeignetem Stall möglich. Zwei Minischweine benötigen etwa 200 Quadratmeter - und am besten noch mehr Schweinegesellschaft. Der kleine Caruso hat dieses Schweineglück bislang noch nicht gehabt. Er sucht dringend ein endgültiges Zuhause.

Kontakt für Caruso, Telefon (06 81) 3 90 82 35, Mobil (01 73)9 35 45 17