Millowitsch als Sänger, Tänzer und Schauspieler

Die Bühne in der Aachener Straße in Köln ist seine Heimat. Seit langem wechselt er immer mal wieder von den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten, zum Filmset: Peter Millowitsch. Jetzt ist der Kölner in eine Musicalrolle geschlüpft. Er spielt an der Kammeroper Köln den Alfred P. Doolittle in My Fair Lady. Mit dem Stück gastiert er am Samstag, 26. Juli, am Stausee in Losheim. Wie Millowitsch zu der Rolle kam, verriet er SZ-Redakteurin Margit Stark.

Ist Alfred P. Doolittle für Sie die erste Rolle in einem Musical ?

Peter Millowitsch: Nicht ganz. Ich habe schon einmal in der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens den Erzähler gespielt. Da musste ich nicht singen. Aber mit Musik ist es immer schön. Und bei "My Fair Lady " habe ich eine Rolle mit Gesang und Tanz.

Fällt es als Kölner schwer, zu berlinern?

Millowitsch: Ich schalte die Akzente einfach an. Wenn ich sächsle, reicht das in Köln aus. Aber ich würde mich das nie in Dresden trauen. Auch in Hamburg würde ich nicht wagen, Hamburger Dialekt zu reden, die Leute würden sich an den Kopf fassen und sagen: Der ist doch nicht von hier.

Wie haben Sie den Dialekt gelernt?

Millowitsch: Lernen musste ich die Dialekte nicht. Ich höre sie und habe sie drauf. Das hat was mit Musikalität zu tun. Beispielsweise habe ich Italienisch nur über das Hören gelernt, schreiben kann ich in Italienisch nicht.

Was imponiert Ihnen an dem bauernschlauen Müllkutscher?

Millowitsch: Er ist eine schillernde Figur, ständig besoffen, witzig und lustig.

Können Sie den Doolittle nach Ihrer Version spielen oder gab es strenge Vorgaben?

Millowitsch: Durch meine Art zu sprechen, meine Art zu singen und zu tanzen, interpretiert Peter Millowitsch Alfred P. Doolittle. Und ich freue mich jeden Abend, wenn die Ouvertüre ertönt und wir wieder auf der Bühne stehen dürfen.

Was hat Sie bewogen, dieses Angebot anzunehmen?

Millowitsch: Es war reiner Zufall, dass ich die Chefin der Kammeroper gefragt habe, wer in "My Fair Lady " den Müllkutscher spielt. Und ich gestand ihr, dass ich die Rolle des Alfred P. Doolittle gerne mal spielen würde. Da antwortete sie mir, dass sie mich anrufen werde. Am nächsten Morgen klingelte das Telefon. Ihre Frage lautete: "Wann können wir proben?"

Was gefällt Ihnen an der Rolle am besten? Singen? Tanzen? Oder schauspielern?

Millowitsch: Die Mischung macht es: Gesang , Tanz und Schauspielerei. Tanzen lernt man irgendwann, aber das ist bei mir schon 14 Tage her. Daher musste ich tanzen wieder reaktivieren. Das Singen nicht, ich nehme Gesangsunterricht. Denn Singen ist Fun.

Wann erhielten Sie das Angebot?

Millowitsch: Das Angebot habe ich vor zwei Jahren erhalten, als wir im Volkstheater Premiere unseres Stücks "Tanzmariechen XXL" spielten. In unserem Job muss man langfristig planen.

Wie lange werden Sie mit der Kammeroper Köln auf Tournee sein?

Millowitsch: Wir waren im April und Mai unterwegs. Ich bezeichne das als Europatournee, denn wir haben außer in ganz Deutschland auch Auftritte in Österreich und der Schweiz gehabt. Jetzt stehen noch ein paar Kleckertermine aus.

Wie viele Auftritte sind insgesamt geplant?

Millowitsch: Gezählt habe ich sie nicht. Aber im nächsten Jahr geht es weiter. Ich mache eine Pause, solange ich in meinem Theater auf der Bühne stehe.

Ab wann wird das sein?

Millowitsch: Premiere für das neue Stück ist der 30. Oktober.

Wie lautet der Titel des neuen Stücks?

Millowitsch: Ich schreibe gerade an dem Stück "Annemie, ich kann nit mih", damit werde ich heute oder morgen fertig.

Wie lange dauern die Proben?

Millowitsch: Das Stück steht in vier Wochen. Lange Proben können sich nur Staatstheater leisten, keine privaten Theater.

Was läuft in Ihrem Theater, während Sie unterwegs sind?

Millowitsch: Es stehen Gastspiele mit Kölscher Musik mit den Paveiern, Bläck Fööss und den Räubern an.

Was passiert mit Ihrem Ensemble, während Sie auf Tour sind?

Millowitsch: Ich habe kein festes Ensemble. Ich habe Schauspieler mit Stück-Verträgen.

Welche Arbeit mögen Sie am liebsten? Drehbuchautor? Stückeschreiber? Regisseur? Schauspieler oder Musicaldarsteller?

Millowitsch: Am liebsten ist mir die Schauspielerei, die macht am meisten Spaß. Dabei ist es mir egal, ob das Publikum mucksmäuschenstill ist oder sich kaputtlacht. Ich kann und mag beides.

In welche Rollen würden Sie einmal gerne schlüpfen?

Millowitsch: Mit zunehmendem Alter kann ich keinen James Bond mehr spielen. Aber den Milchmann Tevje in "Anatevka" würde ich gerne mal spielen, den dicken Diener in "Der Mann von La Mancha" und einen der beiden Ganoven in "Kiss me, Kate". Das würde schon Spaß machen.

Was ist das nächste Projekt?

Millowitsch: Das Stück "Annemie ich kann nit mih".

Was tut ein Peter Millowitsch in seiner Freizeit?

Millowitsch: Ich lese sehr viel und gehe mit meinem Hund Ben spazieren, einem englischen Staffordshire. Jeder kriegt den Hund, den er verdient. Seit der Verfilmung des Broadway-Klassikers mit Audrey Hepburn gehört Frederick Loewes "My Fair Lady " zu den meistgespielten und populärsten Bühnenwerken des 20. Jahrhunderts. Am Samstag, 26. Juli, ab 20 Uhr bringt die Kammeroper Köln das Musical mit seinen Evergreens auf die Bühne am Losheimer Stausee - "Ich hätt' getanzt heut' Nacht", "Wär' das nicht wunderschön" und "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh'n". In die Rolle des bauernschlauen Müllkutschers Alfred P. Doolittle schlüpft Peter Millowitsch. Ob es wohl möglich ist, aus einem einfachen Blumenmädchen aus den Londoner Slums allein durch Umformung der Sprache eine Lady der High-Society zu machen? Phonetikprofessor Henry Higgins ist sich dessen sicher und geht die Wette ein. Eliza Doolittle aus Mayfair wird zu seinem wissenschaftlichen Objekt, und er quält die Tochter eines Müllkutschers Tag und Nacht mit abstrusen Sprachübungen: "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh'n". Doch kann er damit ein blendendes Kunstwerk formen, das auf dem Diplomatenball in der Botschaft bestehen kann? Oder bemerkt der eingefleischte Junggeselle Higgins, dass Eliza keine Statue aus Stein, sondern eine junge Frau mit eigenen Sehnsüchten und Träumen ist?

Die Inszenierung der Kammeroper Köln legt - neben musikalischer und choreografischer Finesse - viel Wert auf die genialen Dialoge und eine genaue Personenführung. Es ist der charmante Witz der Handlung zwischen pointierter Sozialromantik und satirisch-bissigem Sittengemälde, aus der heraus sich Situationskomik, Konflikte und starke Gefühle entwickeln.

Einlass auf dem Eventgelände am Losheimer Stausee ist um 18 Uhr, Beginn 20 Uhr, Karten gibt's im Vorverkauf zum Endpreis für 39 Euro (Liegewiese) sowie 59 Euro (Kategorie 1, bestuhlt), 45 Euro (Kategorie 2, bestuhlt) und 79 Euro (Golden Circle, bestuhlt) in Losheim bei der Tourist-Info am See, Buchhandlung Rote Zora, in allen Verlagsbüros von Wochenspiegel und Saarbrücker Zeitung sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket-Hotline (0 68 61) 93 99 80

www.ticket-regional.dewww.eventim.de

Peter Millowitsch – hier mit seiner Bühnentochter Eliza (Sabine Hennig) – spielt in „My Fair Lady“. Fotos: Kammeroper Köln.
Ausgelassene Stimmung beim „Tanz der Müllmänner“.

Zum Thema:

Auf einen BlickGolden-Circle-Tickets beinhalten beste Plätze, Souvenir und einen reservierten Parkplatz, darauf weist der Veranstalter, die Agentur Kultopolis aus Merzig, hin. Es bestehen keine Einschränkungen zum Mitbringen von Getränken, Speisen, Mobiliar und Decken. Auf der Liegewiese gibt es Platz, um es sich gemütlich zu machen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. red