Millionen-Investition in Saarbrücker Wohnungen

Die Wohnungsbaugesellschaft Saar (Woge) betreut rund 15 000 Mieter in rund 5400 Wohnungen im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Ihr Kerngeschäft ist in Saarbrücken und dem Regionalverband mit 3870 Wohnungen. In einer kleinen Serie stellen wir die Arbeit der Woge und den Wohnungsbestand vor. Heute: Aus vier mach eins – wie die Woge entstand.

Um für die Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn genug Wohnungen bereitstellen zu können, wurde 1943 die Gemeinnützige Eisenbahn-Wohnungsgesellschaft mbH Saarbrücken (Woge) als soziale Einrichtung des Bundeseisenbahnvermögens gegründet. 2500 Wohnungen im Saarland und entlang der Bahnstrecke nach Koblenz waren im Bestand der Eisenbahner-Wohnungsgesellschaft. Mehr als doppelt so viele Wohnungen betreut die Wohnungsgesellschaft Saarland mbH (Woge Saar) heute. Und sie gehört nicht mehr dem Bund, sondern dem Land, genauer der landeseigenen SHS Strukturholding Saar GmbH.

Möglich wurde das nach Angaben von Gerd Modrow, verantwortlich für Immobilienhandel bei der Woge, 1998 durch einen Beschluss des Bundestags, Teile des eigenen Vermögens zu verkaufen, um den Bundeshaushalt zu stützen. Im Zuge dessen seien deutschlandweit Wohnungsbaugesellschaften privatisiert worden.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG) - Gesellschafter ist ebenfalls die SHS - kaufte vom Bund im Dezember 2000 94,75 Prozent der Anteile an der damaligen Woge Saarbrücken mbH.

Ein weiterer entscheidender Schritt vollzog sich zum 1. Januar 2003. Innerhalb der SHS wurde der Wohnungsbestand von vier Einzelgesellschaften zur neuen Wohnungsgesellschaft Saarland mbH (Woge Saar) zusammengefasst. Die Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft Saarland mbH (LEG), der Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft mbH (SBB), der Saarland Immobilien Gesellschaft mbH (SIG) und der Gemeinnützigen Eisenbahnwohnungsgesellschaft Saarbrücken mbH wurden nun von der neuen Woge Saar verwaltet.

Heute betreut die Woge 5400 Wohnungen. Davon sind 5200 eigene und 200 Wohnungen Dritter, insbesondere von Land und Kommunen. Dazu gehören die 140 Wohnungen der Stadt Friedrichsthal. Und die Bestände müssen modernisiert werden. 2013 und 2014 investierte die Gesellschaft in energetische Sanierungen je 5,8 Millionen Euro .

2015 sind dafür 7,35 Millionen Euro geplant. Für andere Projekte sind 10,4 Millionen Euro vorgesehen, etwa für den Neubau des Jobcenters in Sulzbach (4,2 Millionen Euro ) oder den Umbau der Julius-Kiefer-Straße 68 bis 70 in St. Arnual (2,45 Millionen Euro ).

Ein weiteres Geschäftsfeld der Woge ist der Immobilienhandel. Das Augenmerk wird dabei auf die sogenannte Mieterprivatisierung gelegt.

Das heißt: Mieter können ihre eigenen vier Wände kaufen. Das betrifft vor allem Ein- bis Zweifamilienhäuser. "Dieser Bereich ist für uns zu unrentabel", begründet Gerd Modrow. Die Woge hat sich in den vergangenen Jahren so vor allem von Beständen in Rheinland-Pfalz getrennt, die von Saarbrücken aus schlecht zu bewirtschaften sind. Lediglich in Trier und Umgebung besitzt die Woge noch rund 580 Wohnungen.

Die Woge kauft auch dazu, zum Beispiel in der Bayernstraße und der Hellwigstraße Wohnungen von der Uni. Und sie baut neu. Geplant ist ein Wohnkomplex in der Hohenzollernstraße.