Mildes Wetter macht Waldböden zu schaffen

Die Holzernte ist in vollem Gange. Wegen der lang anhaltenden Regenperiode und des aufgeweichten Bodens hat sich das Holzrücken verzögert. Auch in den Wäldern des Regionalverbandes haben die Wege gelitten.

Die Förster im Regionalverband, wie auch im ganzen Saarland, mussten sich bei ihren Aufenthalten im Wald in den letzten Wochen so manche Beschwerde anhören. Die Waldspaziergänger beklagen immer wieder, dass die Waldwege in einem schlechten, bisweilen auch desolaten Zustand seien. Da gleichzeitig viel Holz eingeschlagen wurde beziehungsweise frisch gefälltes Holz in stattlicher Menge auf den Transport wartet, sind die Menschen geneigt zu behaupten, dass die Erholungsfunktion des Waldes der Wirtschaftlichkeit untergeordnet oder gar geopfert werde. Förster Patrik Breuer vom Revier Sulzbach hat auch schon den Vorwurf des "Kahlschlags" gehört, selbst dort, wo nur Wald ausgedünnt wurde. Für ihn und seine Kollegen sind solche Diskussionen mit kritischen Beobachtern immer wieder eine Herausforderung. Sei es drum, der auch vom Saarforst Landesbetrieb eingeräumte schlechte Zustand der Waldwege hängt mit dem außergewöhnlich milden Winter zusammen. Wie Förster Urban Backes (Revier Rastpfuhl-Püttlingen) erklärt, habe es in den letzten Monaten keinerlei Dauerfrost gegeben. Dadurch seien die aufgeweichten Waldböden kaum belastbar. Viele Wege litten bereits bei einmaligem Befahren, selbst mit kleineren Maschinen. Wer mit seinem Pkw aus dem Wald fährt, staunt, wie viel Material er dabei mit den Reifen herausschleppt.

Zu dem fehlenden Frost kam ungewöhnlich viel Niederschlag; Die Folge sei, so die Förster, dass man seit über drei Monaten eigentlich kaum noch Holz rücken könne. Selbst wenn man auf die Idee verfiele, die Waldwege zu pflastern, wäre kaum etwas gewonnen, denn es sind ja gerade die abseitigen Rückegassen, die zu Grunde gerichtet würden.

Der Leiter des Saarforst Landesbetriebes, Hans-Albert Letter, hat dieser Tage die Bevölkerung um Verständnis für den teilweise schlechten Zustand der Waldwirtschaftswege gebeten. "Obwohl wir das Rücken von Holz mit Maschinen im Wald bereits fast vollständig eingestellt haben, gibt es immer wieder Situationen, wo wir Holz vom Waldweg abfahren müssen", so Letter. Er wies darauf hin, dass die Wege im Wald dem Forstbetrieb zu dienen hätten. Über sie werde schließlich das eingeschlagene Holz abtransportiert.

Die Nutzung der Wege zum Spazieren, Radfahren oder Laufen sei daher vor allem in der Holzerntezeit und bei schlechtem Wetter nicht immer uneingeschränkt möglich.

Den Wunsch mancher Zeitgenossen, die Forstarbeiter mögen die Wege möglichst nach jedem Arbeitsgang wieder herrichten, gilt als nicht erfüllbar. Letter und seine Mitarbeiter stellen aber in Aussicht, dass nach dem Transport der letzten Stämme auch die Wege wieder in einen Zustand versetzt werden, den die Waldnutzer aus der Vergangenheit gewohnt sind. Für den Sommer sei alles wieder in Ordnung, so Hans-Albert Letter.