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Merzigerin (20) stößt Mutter Messer in den Hals: Versuchter Totschlag?

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Symbolfoto FOTO: Arne Dedert (dpa)
Saarbrücken. Wegen Verdachts des versuchten Totschlags muss sich seit gestern eine 20-Jährige aus Merzig vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Sie hatte im Sommer ihrer Mutter während eines handfesten Streites ein Küchenmeser in den Hals gestoßen. Es drang oberhalb des linken Schlüsselbeines so tief ein, dass die Lunge verletzt wurde. Wolfgang Ihl

Die 45-Jährige floh eine Etage tiefer zur Nachbarin, zog das Messer aus der Wunde und kam ins Krankenhaus. Die Tochter wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Vor Gericht sahen die Frauen sich jetzt wieder. Sie umarmten sich im voll besetzten Gerichtssaal unter Tränen und die Tochter schluchzte: "Es tut mir so leid". Ob sie ihre Mutter in der gemeinsamen Wohnung töten wollte oder nicht, ist unklar.

Mutter und Tochter hatten laut Aussage von Zeugen über Jahre ein schwieriges Verhältnis. Die junge Frau hing demnach sehr an ihrer Mutter und fühlte sich im Stich gelassen, als sie nach der Scheidung vom Vater wegzog. Später kam sie wieder zurück, Mutter und Tochter zogen in eine gemeinsame Wohnung. Damals sei die junge Frau glücklich gewesen, sagte ihre ältere Schwester. Aber dann lernte die Mutter einen neuen Mann kennen. Und es gab immer wieder Streit zwischen den beiden Frauen. Zuletzt sollen sie dabei beide handgreiflich geworden sein. Die Mutter habe die Tochter getreten, die Tochter habe zum Pfefferspray gegriffen und dann zum Messer. Der Prozess wird fortgesetzt.