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Menschen plaudern aus ihrem Leben

Saarbrücken. An diesem Vormittag wirft die Sonne breite Streifen in den Rathausfestsaal. Auch das gehört zur Geschichte Saarbrückens: das schöne Wetter. In Gegenwart von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sowie der Conte-Verlagsgesellschafter Roland Buhles und Stefan Wirtz stellen Dieter Gräbner und Stefan Weszkalnys ihre Stadt-Chronik der Öffentlichkeit vor

Saarbrücken. An diesem Vormittag wirft die Sonne breite Streifen in den Rathausfestsaal. Auch das gehört zur Geschichte Saarbrückens: das schöne Wetter. In Gegenwart von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sowie der Conte-Verlagsgesellschafter Roland Buhles und Stefan Wirtz stellen Dieter Gräbner und Stefan Weszkalnys ihre Stadt-Chronik der Öffentlichkeit vor. Ein Autorenduo, das sich nicht erst bei dieser jüngsten Publikation bewährte.



Bereits 2006 bewiesen die beiden ihr Gespür für besondere Themen, als sie sich des Widerstandskämpfers und SS-Offiziers Kurt Gerstein annahmen, der den Papst auf den Massenmord an den Juden aufmerksam gemacht hatte. Schon damals stand ihnen der Conte-Verlag zur Seite. Gräbner ist als früherer Leiter der SZ-Redaktion Stadtverband vielen Lesern bekannt. Stefan Weszkalnys, studierter Jurist und Historiker, bezieht seine Reputation nicht zuletzt aus seiner früheren Tätigkeit als Leiter des Referats Heimatgeschichte im Kultusministerium. Referenzen genug, um sich nun der hundertjährigen Geschichte der Großstadt Saarbrücken seit ihrem Zusammenschluss aus den drei Städten St. Johann, Saarbrücken und Malstatt-Burbach zu widmen.

Dabei ist das Buch nicht aus dem Anspruch lückenloser Wissenschaft entstanden. Vielmehr soll sich dem Leser die Geschichte in 35 Einzelbetrachtungen von Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft erschließen.

Man wird Namen wie Ulrike Donié und Manfred Sexauer ebenso begegnen wie dem früheren Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine, der heute in der Linkspartei Politik macht. "Ein subjektiver Versuch in dem Bemühen um Objektivität", wie Weszkalnys betonte.

Es gehe darum, Erinnerungen zu bewahren und wachzurufen, auch zum eigenen Nachdenken über die Geschichte anzuregen - Vergangenheit wieder lebendig machen könne man deswegen nicht, fügte Weszkalnys hinzu.

In dem Buch erhielten Menschen im besten Sinne des Wortes Gelegenheit, aus ihrem Leben zu plaudern; und das macht die Jubiläumspublikation allemal lesenswert. anw

Dieter Gräbner, Stefan Weszkalnys: Bürger, Brücken und Duelle. Conte-Verlag 2009, 24,90 Euro.