Memoriam-Grabfeld für den Hauptfriedhof

Wie abwechslungsreich Grabstellen heute aussehen können, zeigen junge saarländische Friedhofsgärtner am Eingang des Saarbrücker Hauptfriedhofes. Auch dort soll nun, nach Dudweiler, ein Memoriam-Grabfeld entstehen.

. Friedhofsgärtner ist ein seltener, eher junger Beruf. Früher kümmerten sich Familien selbst um ihre Gräber . Dann wurde die Arbeit immer öfter an Gärtner abgegeben, heute ist die Erdbestattung auf dem Rückzug, die Friedhofsgärtner beklagen eine schwindende "Bestattungskultur". Wo überwiegend Urnen in Steinwände geschoben werden, bleibt für sie wenig zu tun. Aber es gibt sie noch, wie dieser Tage auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof zu sehen war. Die vier Azubis im Beruf Friedhofsgärtner und sieben Azubis im Fach Friedhofsgärtner-Helfer aus dem gesamten Saarland legten am Haupteingang die dortige Mustergrabfläche neu an, um zu zeigen, was sie können und was das Handwerk zu bieten hat. Ein Teil der Gräber wurde nach den Richtlinien des Bundes Deutscher Friedhofsgärtner neu gestaltet, also mit Rahmenbepflanzungen, grünen Bodendeckern und bunten Frühlingsblumen. Zwei Gräber wurden überwiegend mit Stauden gestaltet, die sich das ganze Jahr im Blühen und Gedeihen abwechseln. Die Urnengräber als drittes Themenobjekt wurden in Form eines kleinen "Memoriam-Gartens" ganz neu angelegt. Dabei wird der traditionelle Zuschnitt des Einzelgrabes aufgegeben. Die Bepflanzung fließt wie ein Teppich über das ganze Grabfeld ohne Begrenzungen auf die einzelne Grababmessung.

Ein solches Memoriam-Grabfeld, auch "Ruhe-Gemeinschaft" genannt, gibt es in Saarbrücken bislang nur auf dem Friedhof in Dudweiler (seit 2011), und zwar in Zusammenarbeit mit der sogenannten Dauergrabpflege-Treuhandstelle der saarländischen Friedhofsgärtner. Dabei handelt es sich im Saarland um eine Genossenschaft von 40 Gärtnerei-Betrieben, wie Vorsitzende Susanne Storb schildert. Die Treuhandstelle sorgt im Auftrag der Hinterbliebenen dafür, dass die Grabstelle bis zum Ende der Nutzungsfrist in einem ansprechenden Zustand gehalten wird. Sollte einmal ein Betrieb ausfallen, springt ein anderer aus der Genossenschaft ein. Nun soll auf dem Hauptfriedhof eine solche Memoriam-Grabfläche entstehen und zwar im Feld 61. Die Verwaltung hat dem Stadtrat empfohlen, sie auf der nächsten Sitzung zu beschließen. Im ersten Bauabschnitt sind 14 Urnenreihengräber, 17 Urnenrabattengräber, 18 Urnengemeinschaftsgräber und 22 Rabattengräber für Körperbestattungen geplant.