Meinung der Bürger ist nach wie vor gefragt

Mit der Zukunft des Jahnsportplatzes hat sich der Saarbrücker Stadtrat beschäftigt. Die Pläne zur Errichtung eines Altenheims wurden modifiziert. Am 10. November ist erneut die Meinung der Bürger gefragt.

Der Saarbrücker Stadtrat beschäftigte sich am Dienstagabend mit dem Bebauungsplan Jahnsportplatz. Der Allgemeinde Turnverein Dudweiler (ATVD) plant, die Hälfte seines Geländes an einen Investor zu verkaufen. Ein Altenwohnheim soll darauf errichtet werden. Die zweite Hälfte soll dann für das Vereinsgeschehen wieder hergerichtet werden (wir berichteten). Die Räte in Saarbrücken hatten über die Offenlage des Bebauungsplans und über die Verkleinerung des Plangeltungsbereichs zu entscheiden. Die Änderungen sind nach der Kritik von Anwohnern in den Bebauungsplan eingeflossen. Die Stadtratssitzung war diesmal gut besucht. Ähnlich wie zuvor bei den Sitzungen des Bezirksrates Dudweiler zum Thema, erschienen wieder zahlreiche Anwohner.

Stadtratsmitglied Sascha Zehner (CDU ) plädierte für ein strukturiertes Verfahren: "Es gilt in der Interessenabwägung, den Bedenken von Bürgern Rechnung zu tragen", daher wolle seine Partei der Vorlage aus der Verwaltung zustimmen, die unter anderem eine weitere Bürgerbeteiligung vorsieht. "Es gibt eine starke Transparenz im Verfahren durch den Offenlagebeschluss", entgegnete Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Bedenken der Bürger seien bereits in die Bauplanung eingeflossen. Sie kündigte eine weitere Bürgerbeteiligung für Dienstag, 10. November, in Dudweiler an. "Diesmal mit funktionierendem Mikro", sagte sie zudem, womit sie auf die Unzulänglichkeiten bei der Sitzung zur Bürgerbeteiligung in der Jahnschenke anspielte. Damals stieß die Stadtverwaltung auf ein unerwartet hohes Interesse der Anwohner (SZ vom 8. Mai).

Auch SPD-Stadtratsmitglied Günther Karcher stimmte für die Vorlage: "Es gilt in dem Verfahren zu klären, was die Bürger bewegt." Ähnlich sah es Lothar Schnitzler (Die Linke ): "Was heute vorliegt, ist das Ergebnis eines längeren Prozesses mit Bürgerbeteiligung ." Jetzt müsse der weitere Weg zeigen, was gewünscht wird. "Es ist aufmerksam beobachtet worden, was die Bürger wollen. Und es ist gut, dass auf die Kritik an der Höhe des Gebäudes bereits eingegangen worden ist", erklärte FDP-Stadtratsmitglied Tobias Raab, er gab jedoch auch zu bedenken: "Der ein oder andere Streitpunkt existiert noch." Es gelte jetzt, in den Dialog mit den Bürgern einzutreten.

Raab sorgte zudem zu Beginn der Sitzung mit seinem Antrag dafür, dass die Dudweiler Themen aufgrund der vielen Zuhörer auf der Tagesordnung nach vorne rutschten. Auch Torsten Reif vom Bündnis 90/Die Grünen signalisierte die Zustimmung seiner Partei: "Einiges ist bereits geändert worden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Die Räte stimmten der Vorlage der Verwaltung letztendlich zu. Einzig Bernd Krämer von der Alternative für Deutschland (AfD) enthielt sich.

Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung erklärte überdies Stadtpressesprecher Thomas Blug, dass die Bürgerbeteiligung am 10. November um 18 Uhr im Bürgerhaus Dudweiler stattfinden wird.