Mehr Vielfalt in der Jugendarbeit

Integration durch die Arbeit mit Jugendlichen – das ist das Ziel des Projekts „Juleica Vielfalt“. Ehrenamtliche aus Migrantenvereinen werden darin zu Betreuern geschult, etwa für Ferienfreizeiten. Die Nachfrage ist groß.

Landauf, landab wird die Integration von Zuwanderern gefordert. Doch oft gerät dabei aus dem Blick, dass gerade jüngere Migranten mitmischen wollen - zum Beispiel in der Jugendarbeit. Um auf den Mangel an Qualifizierungsmöglichkeiten für ehrenamtlich Engagierte in Migrantenorganisationen zu reagieren, startete der Landesjugendring Saar (LJR) im September 2011 das einmalige Projekt "Juleica Vielfalt". Bis März 2014 wurden 74 junge Engagierte - meist mit Migrationshintergrund - zu Jugendleitern und Teamern ausgebildet.

Der Juleica-Ausweis (Jugendleitercard) befähigt sie, als Betreuer bei Ferienfreizeiten mitzufahren oder Aufsicht in einem Jugendzentrum zu führen. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" und mit Landesmitteln. Immer mehr Migrantenorganisationen hätten zuletzt nachgefragt, wo sie ihre Ehrenamtlichen ausbilden lassen können, berichtete LJR-Geschäftsführer Georg Vogel. Zwar seien die Migranten in Vereinen und Verbänden "sehr aktiv, jedoch nicht ausreichend qualifiziert", erklärte Projektleiterin Solenn Crépeaux. Oftmals fehlte auch eine Vernetzung.

Das habe sich durch das Projekt verbessert. Zunächst ging es darum, den Organisationen einen Zugang zur Jugendleiterschulung zu verschaffen. Dann folgte die Fortbildung, bei der junge Engagierte in die Lage versetzt wurden, selbst Ehrenamtliche in den eigenen Reihen weiterzubilden. "Wichtig war uns dabei, dass es keine reine Juleica-Schulung für Migranten wird, sondern die ganze Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt", so Crépeaux. Insgesamt beteiligten sich Mitglieder von 15 Vereinen und Verbänden, darunter der Bund der alevitischen Jugend, DITIB Jugendverband Saar, JunOst (Verband der russischsprachigen Jugend) und Haus Afrika, aber auch Mitglieder von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz. Paradebeispiel für eine gelungene Fortbildungsreihe sei das Haus Afrika gewesen. Dort wurden Teilnehmer aus Russland, Kasachstan, Afghanistan, Indonesien, Nigeria, Elfenbeinküste und Senegal zwischen 15 und 68 Jahren ausgebildet. "Genau so haben wir uns Juleica-Vielfalt immer vorgestellt", so Crépeaux. Letztlich habe der LJR auch erreicht, die Kontakte zu Migrantenorganisationen zu vertiefen, sagte Vogel. Die Jugendleitercard (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit. Zur Juleica führt eine 30-stündige Schulung. Inhalte sind Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sowie Methoden.

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