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Mehr praktische Übungen für den Notfall

Saarbrücken. Weniger Theorie, dafür mehr Praxis: So lassen sich die neuen Erste-Hilfe-Kurse beschreiben. Von April an wird die Ausbildung für Fahrschüler etwas länger, angehende betriebliche Ersthelfer dagegen fehlen nur noch einen Tag im Unternehmen. Robert Schmidt

Lange Vorträge durch den Kursleiter und nur wenige Übungen. Damit verbinden viele die Erste-Hilfe-Ausbildung. Vom 1. April an gelten deutschlandweit neuen Regeln. Dabei soll weniger geredet, sondern mehr in kleinen Gruppen praktisch geübt werden. Angehende Autofahrer müssen künftig 45 Minuten mehr aufwenden, so das Deutsche Rote Kreuz (DRK), an dessen Kursen im Saarland nach eigenen Angaben jedes Jahr 20 000 Menschen teilnehmen. Die für den Führerschein verpflichtende Schulung "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" verlängere sich von heute acht auf neun Unterichtsstunden zu jeweils 45 Minuten. Für Ersthelfer in Betrieben werde die Ausbildung dagegen von bisher 16 auf ebenfalls neun Unterrichtseinheiten verkürzt. Betriebe müssten nun ihre Mitarbeiter nur noch einen Tag statt bisher zwei Tage für die Teilnahme an der Ersten-Hilfe-Ausbildung freistellen.

Nicht nur das DRK begrüßt diese Verschlankung, auch Mathias Hafner, Sprecher der IHK Saarland freut diese Änderung. Sie sei eine "kleine Erleichterung für die Betriebe" und senke die Hemmschwelle, an den Schulungen teilzunehmen.

Um eine Unterrichtsstunde verlängert werde hingegen der Auffrischungskurs, so der Arbeiter-Samariter-Bund, der ebenfalls im Saarland Erste-Hilfe-Schulungen anbietet. Ebenfalls auf neun Unterrichtseinheiten verkürzt wird der Kurs für LKW-Fahrer, der bisher 16 Stunden dauert.

Die Kurse seien künftig "praxisnaher" und enthielten mehr Trainingseinheiten, sagt Andreas Vogel, Landesbeauftragter des DRK unserer Zeitung. Nicht weniger als 85 Prozent des Kurses seien künftig Praxis, so der Experte. Statt Vorträge über die Funktionen von Körperteilen anzuhören, würden die Teilnehmer also künftig viel mehr in kleinen Gruppen üben. Das DRK im Saarland habe zu diesem Zweck extra Übungsgeräte gekauft, mit denen beispielsweise Elektroschocks simuliert werden können. Ziel sei es, dass die Teilnehmer am Ende motiviert aus dem Kurs gingen und im Falle eines Falles letztlich auch helfen könnten.

"Das war lange überfällig" kommentiert Manfred Bard die Veränderungen. Bard ist Mitglied im Vorstand des Landesverbands der Fahrlehrer Saar. Bard weißt aber darauf hin, dass sein Verband ausdrücklich nur "seriöse" Anbieter von Erste-Hilfe-Schulungen empfehle, darunter das DRK und die Malteser. Unter den privaten Anbietern im Saarland seien hingegen einige "schwarze Schafe", deren Ausbildungsqualität teils mangelhaft sei. Ein kleines Manko sieht Bard auch bei der Reform. Die Fahrschulen hätten sich eine verpflichtende Auffrischung aller zehn Jahre gewünscht. Auf freiwilliger Basis nehme an solchen Kursen kaum jemand teil.

Auf die Reformierung der Erste-Hilfe-Ausbildung hatten sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) und die Berufsgenossenschaften im September 2014 geeinigt.