Mehr Platz für ganztägiges Pauken

Rund 2,2 Millionen Euro gibt der Regionalverband Saarbrücken für eine Erweiterung der Hermann-Neuberger-Schule aus. Ein Pavillon bietet Platz für Freizeitaktivitäten, ein Anbau beherbergt weitere Klassen- und Werkräume.

Mit dem symbolischen Spatenstich startete am Montagvormittag die Erweiterung der Hermann-Neuberger-Schule in Völklingen. Ein Pavillon und ein dreigeschossiger Anbau schaffen in der Heinestraße Platz für den Ausbau des Ganztagsbetriebs. Rund 2,2 Millionen Euro investiert der Regionalverband Saarbrücken als Schulträger in das Projekt.

Zu Beginn des vergangenen Schuljahres startete die Neuberger-Schule als gebundene Ganztagsschule. Die Umwandlung erfolgt jahrgangsweise, bisher gilt die neue Schulform für alle Fünft- und Sechstklässler. Die gut 100 Schüler werden von 7.55 Uhr bis 16 Uhr unterrichtet, freitags ist um 13.10 Uhr Schluss. Arbeits-, Übungs- und Freizeitphasen wechseln miteinander ab. Kommen die Jungs und Mädchen am Nachmittag nach Hause, haben sie ihre Aufgaben bereits erledigt.

Nach dem Spatenstich erläuterte Architekt Michael Weber das Projekt. Mit dem Bau des Pavillons auf dem Vorplatz der Gemeinschaftsschule wurde in den Herbstferien begonnen. Auf einer Grundfläche von 675 Quadratmetern erlaubt das Gebäude viele Freizeitaktivitäten. Im Bewegungsraum kann sich der Nachwuchs sportlich betätigen, kreative Geister toben sich im Musikraum oder in der Theaterwerkstatt aus. Ein Schülercafé und eine Bibliothek sind ebenfalls geplant. Der Pavillon erhält eine moderne Glasfassade. Daneben wird auch viel Holz verbaut. "Um Wohnlichkeit zu erzeugen", sagte Architekt Weber.

Das zweite neue Gebäude wird als konventioneller Schulbau errichtet. Auf insgesamt 755 Quadratmetern bietet der dreigeschossige Erweiterungsbau Platz für Klassen- und Werkräume. Ein Aufzug sorgt dafür, dass alle Etagen barrierefrei erreichbar sind.

Der stellvertretende Schulleiter Eric Grandjean hofft, dass der neue Pavillon nach den Sommerferien genutzt werden kann. An der gebundenen Ganztagsschule wird dann der nächste Schülerjahrgang begrüßt. Ende 2014 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Mit dem Ausbau reagiert der Schulträger auf veränderte gesellschaftliche Entwicklungen. Die echte Ganztagsschule, erklärte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, sei die richtige Antwort auf die wachsende Zahl der Alleinerziehenden und den Wunsch vieler Eltern, ihrem Beruf weiter nachzugehen. Gillo: "Die ganztägige Betreuung ermöglicht eine bessere individuelle Förderung, mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf."