Mehr Personal auf Intensivstation

Saarbrücken. Das Klinikum Saarbrücken wird das Personal auf der Intensivstation 43 um 3,5 Stellen aufstocken. Das haben Geschäftsführerin Susann Breßlein und Pflegedirektorin Sonja Hilzensauer im SZ-Redaktionsgespräch mitgeteilt. Damit reagiert die Klinik auf die Kritik an der hohen Arbeitsbelastung auf der Station (die SZ berichtete)

Saarbrücken. Das Klinikum Saarbrücken wird das Personal auf der Intensivstation 43 um 3,5 Stellen aufstocken. Das haben Geschäftsführerin Susann Breßlein und Pflegedirektorin Sonja Hilzensauer im SZ-Redaktionsgespräch mitgeteilt. Damit reagiert die Klinik auf die Kritik an der hohen Arbeitsbelastung auf der Station (die SZ berichtete). Wie Breßlein erklärte, steige die Zahl der Vollzeitstellen nun auf 60. Nach den elf Kündigungen auf der Intensivstation im vergangenen Jahr seien fast alle Stellen wiederbesetzt. Auch die noch vakante Dreiviertelstelle werde bald besetzt.Pro Schicht müssten sich auf der Intensivstation neun Krankenschwestern und Pfleger bei voller Belegung um 18 Patienten kümmern, meinte die Geschäftsführerin. Wie die Mitarbeiter eingesetzt werden, sei Sache der Stationsleitung. Breßlein: "Die Stationsleitung hat die Verantwortung und muss die Schichten je nach Arbeitsanfall anpassen." Das gelte auch für die Dreibettzimmer auf der Intensivstation. In manchen Fällen könne ein Mitarbeiter drei Patienten betreuen. "Bei Patienten, die beatmet werden müssen, brauchen wir zwei Mitarbeiter im Dreibettzimmer. Das muss die Stationsleitung entscheiden", sagte Breßlein. Die hohe Belastung der Mitarbeiter in den Dreibettzimmern hatte unter anderem der Betriebsrat kritisiert.

Die Geschäftsführerin stellte aber klar, dass wegen des hohen Kostendrucks an allen Krankenhäusern das Klinikum die Ausgaben für die neuen Mitarbeiter an anderer Stelle sparen müsse: "Das ist jetzt der Job von Frau Hilzensauer." Denn in anderen Abteilungen sei die Arbeitsbelastung gesunken. Zwischen 2004 und 2010 habe das Klinikum sieben Millionen Euro sparen müssen, berichtete die Geschäftsführerin.

Pflegedirektorin Hilzensauer räumt ein, dass es Probleme auf der Station 43 gibt: "Wir hätten nach dem Umbau der Station mit den Mitarbeitern mehr reden müssen. Die hatten nicht das Gefühl, dass ihre Sorgen verstanden werden." Breßlein ergänzte, die Arbeitsgruppe im Klinikum, die sich mit den Problemen auf der Station beschäftige, sei ein Jahr zu spät ins Leben gerufen worden. Sie hätte schon bei der Neueröffnung der Station ihre Arbeit aufnehmen sollen. Dann hätten viele Probleme im Vorfeld gelöst werden können, sagte Breßlein: "Wir haben das alle unterschätzt." Die Arbeitsgruppe habe Ende Oktober 2011 ihre Arbeit aufgenommen und schon mehrmals getagt. Dort sollen alle organisatorischen Probleme besprochen werden, erläuterte die Geschäftsführerin. Dabei gehe es dann zum Beispiel auch um die Besetzung der Dreibettzimmer auf der Station. In der Arbeitsgruppe säßen neben der Stationsleitung auch Vertreter des Betriebsrats, der Oberarzt und vier Mitarbeiter, also Schwestern und Pfleger.

Breßlein versteht aber nicht, warum Hilzensauer so stark in der Kritik stand: "Wir haben unter der Pflegedirektorin drei Pflegedienstleiter. Frau Hilzensauer war gar nicht die Ansprechpartnerin für die Intensivstationen." Dazu kämen die Stationsleitungen. Hilzensauer erklärte, sie könne nicht ständig auf den Stationen präsent sein wie sie das als stellvertretende Pflegedirektorin konnte. Deshalb gebe es ja die kompetenten Stationsleiter als mittlere Management-Ebene.