Mehr geheime Handy-Ortungen

Im Saarland haben die sogenannten stillen SMS zur heimlichen Ortung von Mobiltelefonen deutlich zugenommen. 21 145 solcher Kurzmitteilungen hat die Vollzugspolizei im ersten Halbjahr 2014 verschickt, teilte das Innenministerium auf SZ-Anfrage mit.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 gab es lediglich 8448 solcher Fälle. Der Anstieg der stillen SMS geht auf Ermittlungen der Polizei zu Bandenverbrechen zurück. Größtenteils wurden sie bei einer Serie von Wohnungseinbrüchen eingesetzt, teilte das Innenministerium mit. Das Landesamt für Verfassungsschutz habe bis Ende Juni dieses Jahres keinen Gebrauch von der Methode gemacht, mit der Sicherheitsbehörden per Mobilfunk Verdächtige orten.

Piraten-Fraktionschef Michael Hilberer prangert stille SMS aus datenschutzrechtlichen Gründen an. Er vermutet, dass die saarländische Polizei vermehrt technische Überwachung einsetzt, seit sie Personal abbauen muss.