Mehr als Deutschlehrer

Saarbrücken. Rund 80 Kinder und Jugendliche aus Ausländer- oder Einwandererfamilien sind im vorigen Jahr von den 20 ehrenamtlichen "Sprachpaten" der Saarbrücker Caritas betreut worden. Das meldete die Bischöfliche Pressestelle. Geholfen haben die Sprachpaten sowohl bei schulischen Problemen als auch im privaten Umfeld

Saarbrücken. Rund 80 Kinder und Jugendliche aus Ausländer- oder Einwandererfamilien sind im vorigen Jahr von den 20 ehrenamtlichen "Sprachpaten" der Saarbrücker Caritas betreut worden. Das meldete die Bischöfliche Pressestelle. Geholfen haben die Sprachpaten sowohl bei schulischen Problemen als auch im privaten Umfeld. Damit habe sich die Arbeit der ehrenamtlichen "Sprachpaten" im vorigen Jahr positiv entwickelt, freute sich Dr. Pia Braul von der Saarbrücker Caritas beim jährlichen Erfahrungsaustausch Ende Januar. Unter den ehrenamtlichen Sprachpaten sind auch acht Helfer, die selbst Migrationshintergrund haben.Wie verschiedene Studien in der jüngsten Vergangenheit immer wieder belegt hätten, seien Kinder von Migranten vor allem in der Bildung sehr benachteiligt. Sprachliche und schulische Probleme würden für sie oft zu Stolpersteinen auf ihrem beruflichen Werdegang und auch bei der sozialen Integration. Hier setzen die Sprachpaten des Migrationsdienstes an. Sie gehen gemeinsam mit den jungen Leuten in den Zoo, in die Bücherei, ins Kino oder auch einmal ins Museum: Fast nebenbei bringen so ehrenamtliche Sprachpaten ihren Schützlingen die deutsche Sprache näher, helfen bei den Hausaufgaben und fördern Fähigkeiten. "Durch eine Fülle von passgenauen Hilfen und Angeboten wird nicht nur die sprachliche, sondern auch die soziale und schulische Integration gefördert", betont Dr. Braul. "Informelles Lernen" heißt das pädagogische Konzept, das den wissenschaftlichen Hintergrund für das Projekt bildet: "Studien haben erwiesen, dass bei Kindern ein Großteil des Lernens am besten nebenbei abläuft", erklärt Braul. Deshalb dürften die Treffen mit den Sprachpaten nicht mit der herkömmlichen Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfe verwechselt werden. Vielmehr würden spielerisch Fähigkeiten vermittelt. Die Jugendlichen stammen aus der Türkei, Russland, Afghanistan, China und dem Kosovo. Für zwei thailändische Jugendliche werde derzeit noch nach geeigneten Sprach- und Lernpaten gesucht. Weitere Informationen bei Angela Di Pietrantonio und Dr. Pia Braul im Haus der Caritas, Johannisstraße 2, Telefon (0681) 30 60 90.