Mehr ältere Menschen müssen länger im Krankenhaus bleiben

Mehr ältere Menschen müssen länger im Krankenhaus bleiben

Saarbrücken. "Demografischer Wandel - Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen 2020/2030" war der Titel des Vortrages von Torsten Schelhase, dem Referatsleiter für Gesundheitsstatistik im Statistischen Bundesamt, im Casino des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg. Auf Einladung der Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken, Dr

Saarbrücken. "Demografischer Wandel - Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen 2020/2030" war der Titel des Vortrages von Torsten Schelhase, dem Referatsleiter für Gesundheitsstatistik im Statistischen Bundesamt, im Casino des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg. Auf Einladung der Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken, Dr. Susann Breßlein, sprach Schelhase dort vor Fachpublikum.Mit Grafiken veranschaulichte er, mit welchen Patienten und Diagnosen das Saarland in Zukunft zu rechnen hat. Weitere Fragen lauteten: Welche Auswirkungen hat der demografische Wandel auf die Zahl der Krankenhausbehandlungen? Muss das Leistungsangebot angepasst werden?

Anspruchsvolle Pflege

Zunächst beleuchtete Schelhase die aktuellen Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung und prognostizierte für das Saarland einen deutlichen Rückgang. Parallel dazu werde sich die Altersstruktur nachhaltig zugunsten alter und sehr alter Menschen (60+) ändern. Schelhase: "Beide Entwicklungen führen dazu, dass es nur zu einem leichten Anstieg (0,3 Prozent) der Krankenhausbehandlungsfälle bis 2030 kommen wird."

Das Spektrum der anzubietenden Leistungen wird sich jedoch seiner Meinung nach mit Bezug auf alle altersabhängigen Diagnosegruppen "grundlegend verändern". Voraussichtlich würden nicht nur mehr ältere Menschen im Krankenhaus versorgt werden müssen, sie müssten auch erheblich länger im Krankenhaus verweilen. Dabei steige die Zahl der pflegerisch besonders anspruchsvollen Behandlungsfälle wie Patienten mit Demenz deutlich an. Vor dem Hintergrund des bereits vorausgesagten Pflegekräftemangels ("Pflegenotstand") sei es notwendig, deutlich mehr personelle Ressourcen bereitzustellen.

Gezielte Personalplanung

Schelhase: "Dies bezieht die Ausbildung von Fachkräften ein." Insgesamt werde die Belastung, insbesondere der Pflegekräfte, stark zunehmen. Fazit: "Kapazitäten bezüglich der Fachabteilungen müssen sich den geänderten Rahmenbedingungen anpassen." Um für die Zukunft gewappnet zu sein, forderte Schelhase dazu auf, frühzeitig mit einer langfristigen Planung der Pflegekräfte und des ärztlichen Personals zu beginnen, die vorgehaltenen Kapazitäten ständig zu überprüfen und anzupassen sowie eventuell eine Spezialisierung für ausgewählte Bereiche der Krankenhausversorgung vorzunehmen. Das heißt auch, die Angebote für Auswärtige noch attraktiver zu machen.

Weitere Infos zum Thema gibt's beim Statistischen Landesamt - zum Beispiel in Heft 2/2010 der Broschürenreihe "Demografischer Wandel in Deutschland". Erhältlich beim Statistischen Amt Saarland, Virchowstraße 7, Saarbrücken, Tel. (06 81) 501 59 25, E-Mail: presse.statistik@lzd.saarland.de.