Mann darf Empathie zeigen

Saarbrücken. Simon Justinger, 23 Jahre alt aus Saarbrücken, hat sich für einen Beruf im Bereich Heilerziehung entschieden. Derzeit bereitet er sich auf das Anerkennungsjahr vor, quasi der Abschluss einer vierjährigen Ausbildung. Der Beruf des Heilerziehers bedeutet für ihn nicht nur, Kinder auf einen guten Weg zu führen. "Auch mir gibt dieser Beruf viel zurück", sagt er

 Simon Justinger lernt den Beruf Heilerzieher. Foto: Heike Theobald

Simon Justinger lernt den Beruf Heilerzieher. Foto: Heike Theobald

Saarbrücken. Simon Justinger, 23 Jahre alt aus Saarbrücken, hat sich für einen Beruf im Bereich Heilerziehung entschieden. Derzeit bereitet er sich auf das Anerkennungsjahr vor, quasi der Abschluss einer vierjährigen Ausbildung. Der Beruf des Heilerziehers bedeutet für ihn nicht nur, Kinder auf einen guten Weg zu führen. "Auch mir gibt dieser Beruf viel zurück", sagt er."In einem Bürojob wäre ich nie glücklich geworden", sagte er. Ein technischer Beruf sei ebenfalls keine Alternative gewesen. Mit Kindern zu arbeiten, das habe er sich von Beginn an vorstellen können. Also bewarb er sich bei der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik in Saarbrücken und begann zunächst mit einem Vorpraktikum im Theresienheim in Burbach, eine heilpädagogische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Trotz seines Abschlusses an der Fachhochschule für Sozialwesen musste Justinger das Vorpraktikum machen. "Das finde ich gut so. Denn da zeigt sich, ob man wirklich diesen Beruf ergreifen will", sagt er.

Nach dem Vorpraktikum folgen zwei Jahre Ausbildung in der Schule. Zum Abschluss gehört das Anerkennungsjahr. "Während der Ausbildung verdient man nichts", sagt der 23-Jährige. Darüber müsse man sich im Klaren sein. Erst das Praktikum im Anerkennungsjahr werde vergütet. Auch sei der Beruf mit einer hohen körperlichen und psychischen Belastung verbunden. "Es ist halt mehr als nur mit Kindern spielen", erklärt der angehende Erzieher. Ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität gehöre dazu. "Empathie zeigen", sei wichtig, also die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale des Kindes zu erkennen und sich darauf einzulassen. Für ihn ist es der Traumberuf, auch wenn er sich bewusst ist, dass er mit seinem späteren Gehalt nur schwer eine Familie wird ernähren können.

Männer in sozialen Berufen sind gesucht. Im Gegenzug fehlen Frauen in Mint-Berufen. Mit dem Magazin "Mint & Sozial for you" möchte die Bundesagentur für Arbeit Lust machen auf neue Wege in der geschlechteruntypischen Berufswahl. Für Mädchen zeigt es Ausbildungsberufe, wie Industriemechaniker, oder Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten in Mint-Berufen auf.

"MentoMINT" heißt ein Programm der Universität des Saarlandes für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen der Klassenstufen neun bis elf, das Einblicke ins Unileben eines Mint-Studenten zulässt. Mit "Roberta" möchte die Hochschule für Technik und Wissenschaft in Saarbrücken Mädchen für eine Ausbildung oder Studium animieren. Und beim Girls'Day, in diesem Jahr am 26. April, können Schülerinnen zwischen zehn und 16 Jahren in technische Berufe reinschnuppern.

Gleich zum Auftakt der Saarmesse am Samstag und Sonntag, 14. und 15. April, geht es am Stand von "Ausbildung für alle!", Halle 1, auch um die Perspektiven für Mädchen und Jungen in Berufen, die ihnen traditionell eher nicht zugeordnet wurden.

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