Mängel an Kunstrasenplätzen nehmen zu

Fußball ist mit weitem Abstand Sportart Nummer eins in Deutschland - und auch im Saarland. Damit jeder Verein seine Spiele austragen kann, sind Unmengen an Fußballplätzen nötig. Doch ein klassischer Braschenplatz ist auch im kleinen Saarland kaum noch aufzufinden. Rasen- und Kunstrasenplätze prägen das Bild. Letztere sorgen aber auch immer wieder für Probleme. Das kann am Alter, fehlerhaften Bau oder falschem Material liegen. Adalbert Strauß muss sich ständig mit diesen Schwierigkeiten herumschlagen. Er ist der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses des Saarländischen Fußballverbands und Mitglied der Sportplanungskommission des Saarlandes. Kurz gesagt: Er weiß wie kein anderer über die Problematik Bescheid und kennt deren Ursachen: "Beim Bau der Plätze wird nicht immer sorgfältig genug gearbeitet. Manchmal ist die Kornabstufung der Schottertragschicht über den Drainagen nicht der DIN entsprechend, und die Feinanteile gelangen dann in die Drainagen und verstopfen diese", erklärt Strauß. Ein weiterer Faktor sei die nicht DIN-gerechte Dicke der elastischen Tragschicht, die unter dem Kunstrasen eingebaut wird. Bei Unterschreitung der geforderten 35 Millimeter würden die geforderten Kraftabbauwerte, die zwischen 50 und 65 Prozent liegen sollen, nicht erreicht. Das führe zur Verfestigung des Füllmaterials im Kunstrasen. Der Boden würde sich für die Sportler dann "wie Beton anfühlen". Sollten Mängel an den Plätzen festgestellt werden, empfiehlt Strauß, alle einzelnen Bestandteile des Kunstrasenplatzes zu überprüfen, bevor eine Teil- beziehungsweise Kompletterneuerung beschlossen wird. Für die kommenden drei Jahre rechnet die Sportplanungskommission mit 40 bis 45 Kunstrasenplätzen, die saniert werden müssen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Zuwendungsempfänger Eigentümer der Sportstätte ist. Bei der Antragstellung sind dann die voraussichtlichen Gesamtkosten, das geplante Finanzierungsmodell und der zu erwartende Auslastungsgrad vorzulegen. Die Prüfung ergibt oft, dass die Finanzierung der Maßnahme von den Städten oder den Vereinen nicht dargestellt werden kann. "Wir wollen die Vereine nicht in eine finanzielle Schieflage bringen, zumal die Kommunen aufgrund derer defizitären Haushalte eine Übernahme der Kosten heute nicht mehr gewährleisten können. Um die Lebensdauer der Plätze zu verlängern, raten wir den Eigentümern, ihre Anlage kontinuierlich zu pflegen. Diese Intensivpflegegänge werden zukünftig gefördert. Voraussetzung ist, dass vor Beginn der Pflegemaßnahme ein Antrag bei der Geschäftsstelle der Sportplanungskommission eingereicht wurde", so Strauß. Bauüberwachung wichtig

Fußball ist mit weitem Abstand Sportart Nummer eins in Deutschland - und auch im Saarland. Damit jeder Verein seine Spiele austragen kann, sind Unmengen an Fußballplätzen nötig. Doch ein klassischer Braschenplatz ist auch im kleinen Saarland kaum noch aufzufinden. Rasen- und Kunstrasenplätze prägen das Bild. Letztere sorgen aber auch immer wieder für Probleme. Das kann am Alter, fehlerhaften Bau oder falschem Material liegen.

Adalbert Strauß muss sich ständig mit diesen Schwierigkeiten herumschlagen. Er ist der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses des Saarländischen Fußballverbands und Mitglied der Sportplanungskommission des Saarlandes. Kurz gesagt: Er weiß wie kein anderer über die Problematik Bescheid und kennt deren Ursachen: "Beim Bau der Plätze wird nicht immer sorgfältig genug gearbeitet. Manchmal ist die Kornabstufung der Schottertragschicht über den Drainagen nicht der DIN entsprechend, und die Feinanteile gelangen dann in die Drainagen und verstopfen diese", erklärt Strauß. Ein weiterer Faktor sei die nicht DIN-gerechte Dicke der elastischen Tragschicht, die unter dem Kunstrasen eingebaut wird. Bei Unterschreitung der geforderten 35 Millimeter würden die geforderten Kraftabbauwerte, die zwischen 50 und 65 Prozent liegen sollen, nicht erreicht. Das führe zur Verfestigung des Füllmaterials im Kunstrasen. Der Boden würde sich für die Sportler dann "wie Beton anfühlen".

Sollten Mängel an den Plätzen festgestellt werden, empfiehlt Strauß, alle einzelnen Bestandteile des Kunstrasenplatzes zu überprüfen, bevor eine Teil- beziehungsweise Kompletterneuerung beschlossen wird. Für die kommenden drei Jahre rechnet die Sportplanungskommission mit 40 bis 45 Kunstrasenplätzen, die saniert werden müssen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Zuwendungsempfänger Eigentümer der Sportstätte ist. Bei der Antragstellung sind dann die voraussichtlichen Gesamtkosten, das geplante Finanzierungsmodell und der zu erwartende Auslastungsgrad vorzulegen. Die Prüfung ergibt oft, dass die Finanzierung der Maßnahme von den Städten oder den Vereinen nicht dargestellt werden kann. "Wir wollen die Vereine nicht in eine finanzielle Schieflage bringen, zumal die Kommunen aufgrund derer defizitären Haushalte eine Übernahme der Kosten heute nicht mehr gewährleisten können. Um die Lebensdauer der Plätze zu verlängern, raten wir den Eigentümern, ihre Anlage kontinuierlich zu pflegen. Diese Intensivpflegegänge werden zukünftig gefördert. Voraussetzung ist, dass vor Beginn der Pflegemaßnahme ein Antrag bei der Geschäftsstelle der Sportplanungskommission eingereicht wurde", so Strauß.
Bauüberwachung wichtig

Damit es nicht verfrüht zu den oben genannten Schwierigkeiten kommt, hat Strauß einen Rat: "Beim Bau der Anlage sollte man als Verein alle Schritte der bauausführenden Firmen überprüfen. Eine ordentliche Bauüberwachung sollte einfach gegeben sein. Die meisten Vereine sind zwar froh, wenn sie eine grüne Spielfläche zur Verfügung haben und zum geplanten Einweihungstermin alles fertig ist, aber Nachlässigkeiten kosten dann später oft einen Batzen Geld."

Generell ist eine Entwicklung hin zum Bau von Naturrasen-Plätzen zu beobachten, doch warum? "Je nach Spielbelastung und örtlicher Gegebenheit empfehlen wir den Vereinen Naturrasenplätze. Pflegt man diese ordentlich, haben sie eine längere Lebensdauer und weniger Folgekosten als die Kunstrasenplätze. Die meisten Vereine befürchten hier die Unbespielbarkeit der Plätze. Doch ist der Rasen gut gepflegt, fallen nur selten Spiele aus. Ein gutes Beispiel dafür ist Überherrn", erklärt der Illinger. Überschreite die Spielbelastung den Wert von 1200 Nutzungsstunden pro Jahr, gehe die Empfehlung ganz klar in Richtung Kunstrasen. Eine einfache Gesamtlösung ist also nicht in Sicht.