„Macht weiter so!“

Saarbrücken · Das Festival Max Ophüls Preis ist nicht nur für Saarbrücker Filmfans ein Höhepunkt im Jahr. Viele Gäste reisen auch regelmäßig von weit her an. Wir haben mit drei besonders treuen Ophüls-Fans gesprochen, die teilweise schon seit vielen Jahren im Januar nach Saarbrücken kommen.

 Dirk Kastaun kam gestern aus Mettmann an und ging gleich ins Festivalkino Cinestar.

Dirk Kastaun kam gestern aus Mettmann an und ging gleich ins Festivalkino Cinestar.

. Das Max-Ophüls-Festival zieht jedes Jahr viele Filmfans an, auch von außerhalb des Saarlandes. Manche von ihnen kommen jedes Jahr nach Saarbrücken . Einer davon ist Volker Weyand, Consultant aus München . Er ist großer Filmfan und richtet es seit 1991 jedes Jahr ein, zumindest für einige Tage das Max-Ophüls-Festival zu besuchen. "Da mein Vater selbst in der Filmbranche tätig war, wurde bei mir das Interesse an Filmen schon früh geweckt, ganz besonders im Bereich Arthaus-Kino. Daher besuche ich sehr gerne Filmfestivals, auch in München oder in Mannheim-Heidelberg. Aber das Max-Ophüls-Festival hat einen besonderen emotionalen Status bei mir", erklärt der gebürtige Saarbrücker. "Das Max-Ophüls-Festival hat eine äußerst angenehme, fast familiäre, freundschaftliche Atmosphäre", schwärmt er. "Ich treffe hier zwischen den Filmen immer wieder Bekannte in Lolas Bistro. Und dann hat man gleich interessante Themen, über die man sprechen kann", erklärt er.

Dieses Jahr wird Volker Weyand sich vorwiegend Langfilme und Dokumentationen anschauen. "Aber glücklicherweise ist es mir gelungen, noch zwei Kurzfilmreihen unterbringen zu können." So hat er dieses Jahr ein strammes Programm, denn aus beruflichen Gründen kann er erst Mitte der Woche nach Saarbrücken anreisen. "Da bleibt für sonstige Aktivitäten auch nicht viel Zeit", sagt er lachend. Die viel zu kurzen Nächte verbringt der Münchner in einem Hotel. "Meine Familie lebt weit verstreut."

Eine Botschaft möchte Volker Weyand unbedingt loswerden: "Gabriella Bandel, der Festivalleiterin, ihrem gesamten Team, wie auch den jungen Filmschaffenden gilt hier mein ausdrücklicher Dank. Ihr grenzenloser Enthusiasmus, die nicht enden wollende, kreative Fähigkeit und der Mut, oft schwierige und beklemmende Themen anzupacken, sind fantastisch. Macht weiter so!"
Am Anfang war die Film AG

Aus Gießen reist der pensionierte Lehrer Klaus Gödicke zum Festival an. "Seit mindestens 20 Jahren komme ich regelmäßig nach Saarbrücken . Ich habe hier mittlerweile Bekannte und Freunde. Und man trifft hier Filmfans , die man von anderen Festivals her kennt." Klaus Gödicke interessiert sich schon seit seinem Studium für Filme. An dem Gymnasium, an dem er später unterrichtete, entstand die Idee, einen Arbeitskreis für Filme einzurichten. "Mit diesem Arbeitskreis, der aus Lehrern und Schülern bestand, haben wir dann auch Filmfestivals besucht. Zuerst sind wir zum Festival nach Hof gefahren." Dort hat sich Klaus Gödicke mit dem Filmfestival-Virus infiziert. "Ich schaue, dass ich drei bis vier Festivals pro Jahr schaffe. Da ist dann Hof dabei, Mannheim-Heidelberg, München , und eben auch Saarbrücken ", erklärt er. Das Max-Ophüls-Festival ist dabei einer seiner Favoriten. "Es ist das ganze Programm, das mir gefällt. Es sind meistens sehr interessante Filme, und gerade die Ideen des Nachwuchses und das Neue begeistern mich." "Nur" zwei bis drei Filme am Tag schaut er sich an. In der Zwischenzeit bummelt er durch Saarbrücken . "Die Ludwigskirche mag ich sehr. Die schaue ich mir immer gerne an. Und natürlich werden wir auch essen gehen", erzählt er lachend. "Ich kenne die Stadt ganz gut, ich komme ja schon so viele Jahre her".
Filmfan aus Langeweile

 Seit bald 20 Jahren kommt Klaus Gödicke zum Festival nach Saarbrücken. Fotos: Rich Serra

Seit bald 20 Jahren kommt Klaus Gödicke zum Festival nach Saarbrücken. Fotos: Rich Serra

 Volker Weyand reist jedes Jahr aus München an. Weil er dieses Jahr aber erst Mitte der Woche kommen konnte, war es für einen Fototermin zu spät. Er schickte uns deshalb ein Privatfoto.

Volker Weyand reist jedes Jahr aus München an. Weil er dieses Jahr aber erst Mitte der Woche kommen konnte, war es für einen Fototermin zu spät. Er schickte uns deshalb ein Privatfoto.

Es gibt ganz verschiedene Gründe, ein Filmfan zu werden. Für Dirk Kastaun war es die Eintönigkeit der Kleinstadt Mettmann bei Düsseldorf in seiner Jugend. "Ich bin als Jugendlicher viel ins Kino gegangen, denn unsere Kleinstadt hatte nicht viel zu bieten. Es war die Zeit des Neuen Deutschen Films in den 1970er-Jahren." Über sein Interesse am deutschen Film kam der Diplom-Sozialpädagoge auch auf das Saarbrücker Max-Ophüls-Festival. "Ich habe im Internet Hinweise auf das Filmfestival gefunden und dann meiner Frau zu Weihnachten einen Besuch des Festivals geschenkt", erzählt er weiter. "Damals kannte ich Saarbrücken überhaupt nicht und dachte, es sei eine hässliche Stadt", sagt er und lacht.

Diese Meinung hat er mittlerweile revidiert und kennt Saarbrücken ziemlich gut. "Beim Festival selbst kommt man ja kaum dazu, sich in der Stadt umzusehen. Aber bei einem weiteren Besuch haben wir uns die Sehenswürdigkeiten angeschaut. Der Saarländer ist ja eher kommunikativ, und wir haben gute Tipps bekommen. Ich mag die Saar und den Bürgerpark und sitze gerne dort", erklärt er. Dieses Jahr reist Dirk Kastaun bereits zum vierten Mal aus Mettmann zum Max-Ophüls-Festival an. Das Besondere an diesem Festival ist für ihn die entspannte und unaufgeregte Atmosphäre. "Außerdem glaube ich, gibt es kein Festival, wo man die Möglichkeit hat, so nahe an die beteiligten Regisseure, Produzenten und Kameraleute heranzukommen."

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