Machen die Kitas bald später auf und früher zu?

Der städtische Personalrat beklagt Personalmangel bei der Kinderbetreuung und spricht davon, Öffnungszeiten einzuschränken.

Die Landeshauptstadt will familienfreundlich sein. Dazu gehört auch, dass Familie und Beruf vereinbar sind. Dazu wiederum braucht es Kindertagesstätten, die dann offen sind, wenn Mütter und Väter arbeiten müssen. Dass "Stimmen aus den Medien laut" werden, die "Forderung nach verlängerten und erweiterten Öffnungszeiten berechtigt" erscheinen lassen, beunruhigt allerdings den Personalrat der Stadtverwaltung.

"Eigentlich", schreibt er in seinem internen Rundbrief an die städtischen Mitarbeiter, müssten "erst mal die Öffnungszeiten reduziert werden, um Einrichtungen überhaupt weiter im Betrieb zu halten". Denn die Personalsituation sei "nach wie vor äußerst angespannt". Und nach der "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" der Kolleginnen und Kollegen in den Kitas frage offenbar niemand.

Bereits vor einem Jahr schlug der Personalrat Alarm. Damals mussten Kitas zeitweise geschlossen und Notgruppen gebildet werden, weil die Personaldecke so dünn war, dass Krankheitsfälle dafür sorgten, dass an einigen Stellen nichts mehr ging. Man arbeite daran, weiteres Personal einzustellen, versicherte der zuständige Dezernent Thomas Brück (Grüne) im März 2016.

Am Freitag räumte Stadtpressesprecher Thomas Blug auf Anfrage ein, dass der "Fachkräftemangel an Erzieherinnen" weiter "deutlich spürbar" ist. Man versuche aber "auf verschiedenen Wegen, Fachpersonal anzusprechen und die bestehenden Kindertageseinrichtungen stets ausreichend zu personalisieren". Am Montag gibt es wieder Vorstellungsgespräche. "Eine Stabilisierung der Einrichtungen" sei durch "20 zusätzlich geschaffene unbefristete Springerstellen in Vollzeit" erreicht worden. So "konnte eine Unterpersonalisierung weitestgehend vermieden werden".

Dennoch: Die Stadt kämpfe mit "wiederkehrenden Personalausfällen, wobei sich die dadurch entstandenen Lücken immer schwieriger schließen lassen", sagt Blug. Die "größte Herausforderung" bestehe "mitunter darin, die unvorhergesehene Ausweitung der Bedarfe in ausreichendem Maße zu decken". Zum einen brauche die Stadt aber eine gewisse "Vorlaufzeit", um auf einen größeren Bedarf an Kitaplätzen zu reagieren. Auf der anderen Seite kommen zu den Bewerbergesprächen nicht mal alle, die sich beworben haben - wohl weil sie bereits andernorts eine Stelle angetreten haben. Was wiederum daran liege, dass andere Kitaträger besser bezahlen und von Anfang an einen unbefristeten Vertrag bieten.

"Die erhöhte Belastung" der Mitarbeiter nehme die Stadt "als Arbeitgeberin wahr", sagt Blug. Man arbeite an Verbesserungen. "Aktuell" werde aber unter anderem wegen der berufstätigen Eltern, die auf die Betreuungsangebote angewiesen sind, "von einer dauerhaften Reduzierung der Öffnungszeiten in den Kindertageseinrichtungen abgesehen".