Luxemburg will bessere Mobilität

Seit Januar hat Luxemburg den Vorsitz der Gipfelpräsidentschaft der Großregion. Welche Schwerpunkte das Land in der zweijährigen Amtszeit setzen will, stellte Großregions-Ministerin Corinne Cahen in Saarbrücken vor. Ein wichtiger Punkt des Programms ist die Mobilität innerhalb der Region. Da sehen alle Länder noch Nachholbedarf.

Dafür soll bis 2018 die Erarbeitung eines Raumentwicklungskonzeptes für die gesamte Großregion abgeschlossen werden. Kurzfristige Abhilfe sollen Auffangparkplätze für Grenzgänger und die Förderung von Mitfahrgelegenheiten bieten. Auch was die Bahnverbindungen angeht, "müssen wir aufpassen, dass die Großregion nicht von der Karte verschwindet. Dass die schnellen Zugverbindungen nicht von Paris nach Köln oder nach Brüssel fahren und um uns einen Bogen machen", sagte Cahen.

"Außerdem geht es uns darum, Initiativen, die bilateral gut funktionieren, auf der Ebene der Großregion auszubauen", so die Ministerin weiter. Die grenzüberschreitende Ausbildung zwischen dem Saarland und Lothringen sei so ein Beispiel. Sogar Schulabbrecher sollen mit dem Projekt "Training without borders" grenzüberschreitend für Berufe im Bauwesen und in der Betreuung von Senioren und Kindern fit gemacht werden. Damit mehr junge Erwachsene in der Lage sind, in jedem Land der Großregion zu arbeiten, will Luxemburg das Erlernen der Nachbarsprachen forcieren. Dieser Aufgabe nimmt sich die Arbeitsgruppe "gelebte Mehrsprachigkeit" an, die vom Saarland geleitet wird.

"Wir wollen auch aktiv die Politikverdrossenheit der Jugendlichen bekämpfen. Das geht nur, wenn sie auch ihre eigenen Wünsche äußern und Projekte entwerfen können, die berücksichtigt werden", sagte Cahen. Dazu will Luxemburg in seiner Präsidentschaft ein Jugendparlament der Großregion einrichten. Das Großherzogtum verfüge über ein solches Gremium, das bereits viele Projekte angeschoben habe, die Jugendlichen am Herz liegen und auch umgesetzt wurden.