Lucas Bilder begeistern mit Farbe und Fantasie

Seine Freude an Farben kann einen ganzen Raum verzaubern. Bewiesen hat Luca Klippel das jetzt im St.-Jakobus-Hospiz. Dort präsentierte der Junge aus Heusweiler, was er binnen weniger Monate malte. Das Staunen der Gäste war der schönste Lohn für das Talent.

Der Blick gleitet erst an den Wänden entlang. Farbenpracht sticht vom Weiß des Konferenzraums ab. Bild um Bild buhlt um Aufmerksamkeit. Und bekommt sie.

Dann geht das Rendezvous mit der Kunst auf einer langen Tischreihe weiter. Schon wieder verharrt das Auge auf einem kraftvollen Bild, klein und gespickt mit Ideen. Es holt Afrika nach Alt-Saarbrücken. Der Tag weicht vor der Dunkelheit aus der Savanne. Noch hat das Sonnenlicht seine Zauberkraft. Es hüllt Bäume und Gras in einen magischen, goldenen Glanz, als könne es sie entflammen. Zwei Giraffen, geschickt in die Mitte gerückt, blicken dem Betrachter keck beim Abendspaziergang aus der Wildnis entgegen.

Der Schöpfer dieser Szene blickt zufrieden drauf. Er ist zwölf Jahre alt. Inmitten von um die 100 Besuchern zeigt Luca Klippel seinen Erstling. Bescheiden und stolz zugleich genießt der talentierte junge Maler seine Vernissage im St.-Jakobus-Hospiz. Um Luca und seine Familie kümmern sich seit Jahren der Kinder-Hospizdienst Saar und das Kinderpalliativteam Saar. Aber an diesem Tag geht es nicht ums Kranksein. Sondern um die Freude, etwas zu schaffen. "Kreatives Feuer ist das Krematorium für trübe Gedanken" heißt Lucas' Vernissage nach einem Zitat der Schriftstellerin Helga Schäferling.

Dem Anlass angemessen, trägt er Fliege zum schneeweißen Sommerhemd. Mama Jasmine beobachtet aus ein paar Metern stolz den jungen Maler . Woher er nur die Begabung hat? Sie kann es nicht sagen. Umso mehr freut sie, wie ihr Sohn bescheiden und doch souverän mit dem Erfolg umgeht.

Umringt von Gästen steht er ihnen Rede und Antwort. Immer ein bisschen verblüfft vom großen Echo auf die Einladung. Lucas' Fantasie flutet den Saal mit Lebensfreude. "Ich male ja noch gar nicht so lange, eigentlich erst seit ein paar Monaten", sagt er nachdenklich.

Begonnen hat alles mit Geschenken zum jüngsten Weihnachtsfest. Er bekam Leinwände, Pinsel und Farben. Schon ging's los. Luca experimentiert seither mit Material und Maltechniken. Er begann mit Ölfarben und hat sich derzeit auf die Acrylmalerei verlegt.

Werke von Luca hängen inzwischen in den Büros des Kinderhospizdienstes Saar und des Kinder-Palliativteams. Das Interesse an seinem Werk ermutigte ihn, seine Arbeiten einen Tag lang in einem größeren Rahmen zu zeigen. Die Vernissage im St. Jakobus Hospiz war das Ergebnis.

Konkretes steht neben Abstraktem. Farbenfreude und Geschick für Strukturen sind allem gemeinsam, was im Konferenzraum ausgestellt ist. Der Erfolg an diesem Tag wächst von Minute zu Minute. Luca verkauft seine Bilder gegen eine Spende. Wer eins haben will, versieht es mit einem grünen Klebe-Punkt. Die Wanderer durch die beeindruckend große und vielfältige Werkschau müssen sich schnell entschließen. Sonst zeigt der grüne Punkt schon bei der nächsten Runde: verkauft!

Als der Kunstnachmittag im St.-Jakobus-Hospiz langsam dem Ende zugeht, hat Luca den besten Ansporn, den ein Maler haben kann: viele Anschlussaufträge. Draußen stehen stolze Besitzer eines Klippel-Gemäldes an der Ampel und tragen ihre Errungenschaft behutsam nach Hause.

Die Begeisterung über die Begegnung mit dem jungen Künstler und seinen Werken nehmen sie auch noch mit.