Lieder von Liebe und Freiheit singen

Saarbrücken. Schauspielerin? Sängerin? Liza Montes de Oca ist eine hübsche Frau mit lebhafter Mimik, die oft und herzlich lacht. Und die sich über Schubladendenken keine Sorgen machen muss: "Du bist eine Schauspielerin, die singen kann", hat ein befreundeter Regisseur es auf den Punkt gebracht

Saarbrücken. Schauspielerin? Sängerin? Liza Montes de Oca ist eine hübsche Frau mit lebhafter Mimik, die oft und herzlich lacht. Und die sich über Schubladendenken keine Sorgen machen muss: "Du bist eine Schauspielerin, die singen kann", hat ein befreundeter Regisseur es auf den Punkt gebracht.Die Peruanerin konnte sich schon als theaterbegeistertes Mädchen in einer Kindertheatergruppe ein Taschengeld verdienen. An ein Schauspiel-Studium war jedoch nicht zu denken. 1983 schloss sie sich der freien Gruppe "Teatro del Sol" in Lima an, um ihr Bühnenhandwerk zu lernen und in vielen Produktionen mitzuwirken. "Du musst singen!" bedeutete man ihr, worauf Montes de Oca sich intensiv mit den Ausdrucksformen der menschlichen Stimme beschäftigte. Bei einem internationalen Theatertreffen lernte sie die Gruppe Papaya Partia und damit ihren späteren Mann kennen, den kolumbianischen Schauspieler und Tänzer Miguel Bejarano Bolivar, unter anderem bekannt vom Saarbrücker MUsikTANzTHeater-Labor "Mutanth". Über zwei Jahre lebte und arbeitete das Paar in Brasilien und Peru, tourte mit eigenen Produktionen, gab Workshops. 1990 kamen die beiden auf Einladung der Schauspielerin Barbara Stützel nach Saarbrücken, wo sie blieben und die saarländische Kulturlandschaft mit Musik-Tanz-Theater-Projekten unter dem Namen Papaya Partia bereicherten.

2003 folgte Liza dem chilenischen Musiker Gastón de Avila, den sie im Saarland kennen gelernt hatte, in dessen Heimatdorf Cañete. Vergeblich kämpfte das Künstler-Paar um Unterstützung, um ein Haus der Kulturen gründen zu können. Erfolgreicher war die Kooperation mit dem Frauenbüro und Schulen, wobei Liza als Theater- und Tanzlehrerin arbeitete und dabei auch von ihrer Erfahrung als gelernte Erzieherin und Kindergärtnerin profitierte. "In dieser Zeit habe ich viel gelernt", sagt Montes de Oca. Wie man Türen öffnet, Projekte finanziert. Oder wie man älteren, von Krieg und Diktatur traumatisierten Menschen wieder Lebensmut schenkt. Daneben tourte sie als Sängerin mit de Avila im Duo Trova Dos durch Europa, veranstaltete ein Musikfestival und veröffentlichte zwei CDs mit südamerikanischer Folklore. De Avila blieb in Chile; Liza Montes de Oca trieb die Sehnsucht im Mai vor zwei Jahren ins Saarland zurück: "Saarbrücken ist wie ein Magnet!" Mit "Auf der Suche nach dem Gleichgewicht", einer multimedialen Hommage an lateinamerikanische Schriftstellerinnen, fasste sie in der hiesigen Szene rasch wieder Fuß. Auch Schulprojekte sind bereits angelaufen; für Herbst ist eine CD geplant zu ihrem aktuellen Bühnenprogramm "De amor y libertad" (Von Liebe und Freiheit) mit Héctor Zamora und Leo Ortega.

Beim Weihnachtsmarkt am Schloss möchte Montes de Oca dann gern eine authentische Anden-Weihnacht mit bis zu 40 Mitwirkenden als Straßentheater inszenieren. "Jeder denkt, dass Peruaner Indianer sind. Aber wir sind eine vielfältige Mischung!", betont die dreifache Mutter. Die Kultur ihrer Heimat weiterzutragen, betrachtet sie als Auftrag. Es geht ihr um Aufklärung, Völkerverständigung, Toleranz: "Wir müssen das machen!"

Infos zu "De amor y libertad" gibt es auf der Homepage von Héctor Zamora.

hectorzamora.de