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Liebenswert impulsiv und skurril

Kai Sonnhalter und Bernhard Wittmann (von links) inmitten von Kleiderbügeln und Büchern. Foto: Kerstin Krämer
Kai Sonnhalter und Bernhard Wittmann (von links) inmitten von Kleiderbügeln und Büchern. Foto: Kerstin Krämer FOTO: Kerstin Krämer
Saarbrücken. Die beliebte Reihe „Song & Talk“ ist umgezogen: Seit September finden die monatlichen Konzerte jetzt im „Laden“ im Nauwieser Viertel statt – mit deutlich veränderter Atmosphäre und viel jungem Publikum. Kerstin Krämer

Regale, eine schiefe Stehlampe, eine uralte Nähmaschine, auf Kleiderbügeln dahinsegelnde Klamotten, wuchernde Topfpflanzen - und inmitten dieses pittoresken Saarbrücker Allerleis spielt die Musik. "Schön ist das hier im Laden. Macht Spaß, bei euch aufzutreten!", freute sich denn auch der Trierer Sänger und Liederschreiber Jochen Leuf. Er und seine Band zeigten sich am Mittwoch sehr angetan vom warmen Empfang und der Atmosphäre in der urigen Lokalität im Nauwieser Viertel.

Das Trio gastierte im Rahmen der Reihe "Song & Talk", die seit September nicht mehr im Hotel Kaiserhof in der Mainzer Straße, sondern im "Laden" in der Johannisstraße beheimatet ist, wo sie liebenswert impulsiv bis skurril abläuft und ein erfreulich junges Publikum zieht. Laden-Chefin Lucia Hahn sucht die Künstler für das Liedermacher-Forum nun ganz alleine aus; die Moderation übernimmt eine gewisse "Frau Schwarz", die zwar einen wohlklingenden bürgerlichen französischen Vornamen hat, diesen aber nicht genannt haben möchte, und ihre Gesprächspartner zum Interview auf ein Kinder-Schaukelpferd bittet. Ein Kamera- und Tonteam vom Verein 2. Chance Saar schneidet die Konzerte mit und produziert auch humorvolle kleine Einspieler zur Vorstellung der Musiker.

Das Grund-Prinzip ist wie gehabt: Jeweils zwei Bands beziehungsweise Solokünstler stellen fünf ihrer Songs vor; anschließend gibt es einen flauschigen Plausch, in dem sie sich den Fragen von "Frau Schwarz" stellen. Der Eintritt ist frei, zwischendurch kreist der Hut.

Den Auftakt machte jetzt der saarländische Sänger und Gitarrist Kai Sonnhalter, der sich von Bernhard Wittmann mit wohligen Klängen vom Fender Rhodes begleiten ließ und einen elektronischen Backgroundsänger in Form eines Harmonizers dabeihatte. Eingängige Melodien mit Haftkraft, ehrlich-authentischer Gesang - Sonnhalters englischsprachiger, oft mitreißend groovender und gar nicht glatter Mainstream-Pop kam hier ebenso gut an wie der unaufgeregte Indie-Folk des multiinstrumentalen Trios um Jochen Leuf. Die Pfälzer (zwei Männer, eine Frau) gefielen mit zweistimmigem Gesang , akustischen Gitarren, Percussion, Akkordeon und Querflöte und wussten außerdem eine erfrischende Anekdote von ihrem ersten Auftritt in Saarbrücken zu berichten. Anerkennendes Raunen erntete eine Solo-Darbietung von Ensemblemitglied Hannah Fortenbacher mit feinem Picking und intensivem Gesang .

Kontakt: Laden, Johannisstraße 25, Tel. (06 81) 95 80 39 21, laden-sb@t-online.de