Liebe, Tod und Zeit als musikalische Erfahrungen

Gleich vier Konzerte bietet die Reihe Sommermusik von Donnerstag bis Sonntag. Los geht es mit einer Eigenproduktion, dann folgt das Debüt eines jungen Klassikensembles. Es folgen alte Bekannte und Gäste aus Chicago.

Ein junges internationales Klassikensemble feiert sein Debüt bei der Saarbrücker Sommermusik: Das "Tsanevski Quartett", das an diesem Freitag, 15. August, 20 Uhr, in der Schinkelkirche Bischmisheim zu hören sein wird, fand an der Hochschule für Musik (HfM) Saar zusammen. Jordi Herrera Roca (Violine), Young-Gun Lee (Viola) und Daeyun Kim (Violoncello) benennen sich nach ihrem Kommilitonen, dem ersten Geiger Kiril Tsanevski. Außer an der HfM wurde der gebürtige Bulgare an den Hochschulen in Sofia und Mannheim ausgebildet; er leitet die private Musikschule Classical Music Academy (CMA) in Saarbrücken und ist Fachbereichsleiter Streicher der Kreismusikschule Merzig-Wadern. Sein Tsanevski-Quartett bildete sich in Meisterkursen beim Casals Quartett, Minguet Quartett und Kölner Klaviertrio fort. In der Schinkelkirche sollen nun unter anderem Franz Schuberts Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" erklingen und "...y no me toques" (Rühr mich nicht an) aus der Feder des in Saarbrücken wirkenden Theo-Brandmüller-Schülers Daniel Osorio - der gebürtige Chilene erinnert hier an die Opfer der Pinochet-Diktatur.

Bereits am Donnerstag, 20 Uhr, steht im Rahmen der Sommermusik im Theater im Viertel am Landwehrplatz "Zeitgleichzeit 2: der Töne Licht" auf dem Programm (wir berichteten). Katja Romeyke (Bildende Kunst) und Ralf Peter (Stimmkunst) setzen ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Zeit fort. Sie thematisieren dabei Wesen, Verwandtschaft und Grenzen von Bildender Kunst und Musik . Diesmal spalten sie die akustische Ebene auf: Neben die menschliche Stimme - hier mit lyrischen Versatzstücken von Clemens Brentano - tritt der reine Instrumentalklang mit Stücken des 19. Jahrhunderts. Weitere Mitwirkende dieser Eigenproduktion im Rahmen der Sommermusik sind Monika Bagdonaite (Bratsche) und Krischan Kriesten (Video, Sound).

In der Bischmisheimer Schinkelkirche absolviert am Samstag, 16. August, 20 Uhr, das Ensemble Unterwegs seinen fünften Auftritt im Rahmen der Reihe Sommermusik. "Spuren der Liebe " heißt sein neues Programm, das sich ganz den Liebesverstrickungen zweier großer Komponisten des 19. Jahrhunderts widmet: Richard Wagner und Robert Schumann . Der eine war seiner Muse Mathilde Wesendonck verfallen, der andere wollte nur seine geliebte Clara zur Braut. Die Liebe inspirierte die beiden so unterschiedlichen Männer und Musiker zu den ergreifendsten Liedkompositionen der Romantik. Die Musikerinnen Barbara Schachtner (Sopran), Eva Hennevogl (Violine), Friederike Holzapfel (Viola) und Anna Reitmeier (Violoncello) interpretieren dieses bekannte Liedgut neu.

Schließlich spielt das Chicagoer Ensemble Dal Niente am Sonntag, 17. August, 17 Uhr, im Festsaal des Rathauses St. Johann zeitgenössische Musik . Die Veranstalter versprechen inspirierende Erfahrungen, die Zuhörer mit der Musik von heute vertraut machen. Das Konzert wird in Zusammenarbeit mit den "American Classics" des Deutsch-Amerikanischen Institutes veranstaltet.