Leserreporter entdeckt Lkw mit schwach radioaktiver Ladung

Am Saarbrücker Ludwigskreisel hat SZ-Leser-Reporter Christoph Meyer kürzlich mehrere holländische Lkw mit Nuklearwarnzeichen entdeckt. Meyer fotografierte den von der Autobahn A 623 kommenden Atomtransport und fragte sich: "Warum fahren fünf bis sechs mit radioaktivem Material beladene Lkw durch Saarbrücken ?"

Sabine Schorr, Sprecherin des Umweltministeriums erklärte, dass ihre Fach-Kollegen vermuteten, dass die Lastwagen medizinisches Material transportiert hätten oder es sich um eine Leerfahrt gehandelt habe. "Nicht auszuschließen ist aber auch, dass es sich um einen Transport mit abgereichertem Uran handelte", so die Sprecherin weiter. Also ein Stoff, der als Abfallprodukt bei der Uran-Anreicherung in Atomkraftwerken entsteht und im Gegensatz zu dem Ausgangsstoff als weit weniger radioaktiv gilt. Fahrten mit abgereichertem Uran seien nicht anzeigepflichtig, sagte Schorr. Eine Meldepflicht über Transporte radioaktiver Materialien besteht nur für Kernbrennstoffe. Laut Umweltministerium gehen von den Uran-Fahrten für die Bevölkerung keine wesentlichen Gefahren aus. Deren Zahl und Wegstrecken sind der Landesregierung aufgrund der fehlenden Meldepflicht nicht bekannt.

 Das Symbol für radioaktive Ladung war auf den Lkw. Foto: Meyer
Das Symbol für radioaktive Ladung war auf den Lkw. Foto: Meyer Foto: Meyer

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