Leser verärgert über Telefonwerbung

Anfang des Jahres berichteten mehrere SZ-Leser über Probleme mit einer saarländischen Versicherung, die ihnen am Telefon ungewollt einen Schutzbrief gegen Brustkrebs verkaufen wollte. Jetzt machen offenbar Trittbrettfahrer von der gleichen Werbemasche Gebrauch. Auch bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes sind Beschwerden eingegeangen.

Wie viele weitere SZ-Leser-Reporter hat auch eine Frau aus Hüttigweiler Anfang des Jahres einen Anruf für eine vermeintliche Umfrage zum Thema Brustkrebs erhalten, die sich tatsächlich als Verkaufsgespräch für eine Versicherung entpuppte (wir berichteten). Nun habe sich erneut jemand bei ihr gemeldet und wieder Fragen zu dem Thema stellen wollen, berichtet die Frau. Doch die Dame habe dem Anrufer jede weitere Belästigung verboten.

Eine weitere Leser-Reporterin, die ebenfalls einen solchen Umfrage-Anruf erhalten hatte, vermutet, dass es sich dabei um Trittbrettfahrer handelt. Denn es ist durchaus möglich, dass ein unseriöses Unternehmen den Namen der Püttlinger Versicherungs-Gruppe, die den "Krebs-Schutzbrief" anbietet, missbrauche, um so an persönliche Daten zu kommen, erklärt sie.

Auch bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes gehen immer noch vereinzelt Anfragen zu dem Thema ein, berichtet Beraterin Sabine Wilhelm. Da die vermeintliche Umfrage letztendlich in einen Vertrag münde, handele es sich dabei um einen unerlaubten Werbeanruf, erklärt die Verbraucherschützerin weiter. Betroffenen, die sich durch die Anrufe gestört fühlen, empfiehlt sie, sich mit der Bitte an das Unternehmen zu wenden, solche Telefonate künftig zu unterlassen.

"Es ist niemals unser Ziel gewesen, Leute zu belästigen", stellt Jörg Malburg, Geschäftsführer der Versicherungs-Gruppe Malburg aus Püttlingen, klar. Bei der Umfrage, die das Unternehmen weiterhin bundesweit von einem Call-Center durchführen lasse, handele sich um eine ganz normale Meinungsforschungs-Untersuchung, um den Markt für dieses Produkt zu analysieren. Nur diejenigen Teilnehmer, die gesagt hätten, dass sie sich vorstellen könnten, sich gegen die Krankheit abzusichern, seien danach von seinen Mitarbeitern kontaktiert worden, so Malburg weiter. Sollten die Angerufenen dagegen keinen weitere Anrufe wünschen, respektiere man diesen Wunsch natürlich.

Im Saarland habe das Call-Center die ungefähr 5000 von einem Adress anbieter offiziell erworbenen Datensätze von Frauen in dem für die Krebs-Versicherung in Frage kommenden Alter übrigens weitgehend abtelefoniert: "68 Prozent der Leute haben gesagt, dass sie sich privat dagegen absichern würden", schildert der Geschäftsführer. Deshalb werde die Firma nun eine eigene Abteilung mit drei bis vier Mitarbeitern für das Produkt aufbauen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von mehreren SZ-Lesern. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter der Telefonnummer (06 81) 5 95 98 00, schicken Sie eine E-Mail an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.