Lehrer fordern gleichen Lohn

2117 Grundschullehrer gibt es im Saarland, die trotz höherer Unterrichtsbelastung weniger verdienen als Lehrer an weiterführenden Schulen. Die Gewerkschaft GEW fordert daher eine Angleichung der Besoldung.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland hat fast 4000 Unterschriften für die Besoldungsanpassung für Grundschullehrerinnen und -lehrer gesammelt und diese gestern im Bildungsministerium in Saarbrücken an Bildungs-Staatssekretärin Andrea Becker (SPD ) übergeben.

Mit einer Online-Petition hat die Gewerkschaft ihrer Forderung Nachdruck verliehen, die Erhöhung von Besoldungsgruppe A 12 (Gehalt zwischen 3150 und 4300 Euro brutto), nach A 13 (Gehalt zwischen 3700 und 4800 Euro brutto) zu unterstützen und so das Grundschullehreramt mit anderen Lehrämtern gleichzustellen. Staatssekretärin Becker nahm die Unterschriften entgegen und erklärte: "Im nächsten Schritt werden die Unterschriften an den Bildungsminister übergeben. Dann werden weitere Gespräche stattfinden." Weiter fordert die GEW, dass die Besoldungsgruppe A 13 auch für die Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen wirksam wird. Nach Angaben des Bildungsministeriums weist gibt es derzeit 2117 Vollzeit-Grundschullehrerstellen, die mit A 12 besoldet werden, wobei der überwiegende Teil dieser Lehrer an Grundschulen unterrichtet.

Würde man diese Vollzeitstellen auf A 13 anheben, müsste mit Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro im Jahr gerechnet werden. Bei den Kosten seien die Auswirkungen auf die Funktionsstellenstruktur nicht berücksichtigt. Eine Investition, die laut Gewerkschaft dringend notwendig ist. "Es kann nicht sein, dass die Lehrer nach dem Motto ,Je kleiner die Füße, desto niedriger das Gehalt' bezahlt werden", sagte Christine Salm-Gaab, Vorsitzende der Fachgruppe Grundschulen der Gewerkschaft, bei der Übergabe. Staatssekretärin Becker sagte zur geforderten Besoldung für Grundschullehrer von A 12 nach A 13: "Dies ist eine vorrangig auf Bundesebene zwischen den Tarifparteien zu klärende Frage." Auch in neun weiteren Bundesländern gelte die Eingangsbesoldung von A 12.

Wie das Ministerium weiter mitteilt, habe es mit Beginn des Schuljahres 2016/17 ein Paket zur Entlastung der Lehrkräfte und Schulleitungen an den Grundschulen des Landes auf den Weg gebracht. Dabei gehe es im Einzelnen um die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung der Lehrer von 28,5 auf 28 Stunden, zusätzliche Lehrerwochenstunden und um die Einrichtung von weiteren Konrektorenstellen.

Bildungsgewerkschaften weisen seit Jahren auch auf die Unterschiede bei der Unterrichtsbelastung hin. So haben Haupt- und Realschullehrer eine Unterrichtsverpflichtung von 27 Wochenstunden. Lehrer an Gymnasien (ebenfalls A 13) eine Unterrichtsverpflichtung von 25 bis 26 Stunden.

Meinung:

Bildung ist ein teures Gut

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Das vordemokratische Denkmuster, das bis heute deutsche Bildungspolitiker prägt, beginnt im Kindergarten. Dort werden die Erzieherinnen bedeutend schlechter entlohnt als Grundschullehrerinnen, die wiederum weniger bekommen als Gemeinschaftsschulpädagogen. Nur Gymnasiallehrer bekommen eine angemessene Vergütung. Dieses Gehaltsgefälle widerspricht allen Expertenhinweisen. Denn der Wert frühkindlicher Bildung ist mindestens ebenso groß wie die Horizonterweiterung in den weiterführenden Schulen. Deshalb: Bezahlt die Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen endlich besser. Skandinavien macht es vor.