Leckerbissen aus Ministerhand

Zoodirektor Fritsch signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft, die Pläne des Landes für eine Auffangstation zu unterstützen. Wo genau diese Station in welcher Größe errichtet werden kann, darüber wird derzeit diskutiert.

. Für beide Seiten war es offensichtlich eine angenehme Begegnung: Die beiden asiatischen Elefanten Rani und Buria nahmen die Leckerbissen aus Ministerhand gerne entgegen. Umweltminister Reinhold Jost hat jetzt gemeinsam mit dem Tierschutzbeauftragten des Landes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik, den Neunkircher Zoo besucht. Bei einem Rundgang mit Zoodirektor Dr. Norbert Fritsch sowie dem Neunkircher Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Aumann informierten sich die Gäste nicht nur über die Haltung und Betreuung der Tiere. Gesprochen wurde, wie es jetzt in einer Pressemitteilung des Zoos heißt, auch über eine Quarantänestation, die der Zoo zur Erfüllung rechtlicher Vorgaben einrichten muss.

In diesem Zusammenhang stehen auch Überlegungen des Umweltministeriums, eine Auffangstation für beschlagnahmte oder als Fundtiere abgegebene exotische Heimtiere einzurichten. Denn die private Haltung exotischer Tiere habe stark zugenommen und damit auch die Fälle, in denen die Wegnahme solcher Tiere aus artenschutz-, tierschutz-, oder steuerrechtlichen Gründen erforderlich sei. Bislang sei es den Behörden in der Regel gelungen, die betroffenen Tiere bis zur Klärung der Rechtslage und Rückgabe oder ihrer Veräußerung bei privaten Pflegestellen, in Tierheimen oder der Wildtierauffangstation unterzubringen. "Die mögliche Anbindung einer Auffangstelle an einen Zoo, der die professionelle Betreuung exotischer Tiere gewährleisten könnte, wäre die fachlich geeignetste Lösung", so Minister Jost. Zoodirektor Fritsch signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft, die Pläne des Landes für eine Auffangstation zu unterstützen. Wo genau diese Station in welcher Größe errichtet werden kann, darüber wird derzeit diskutiert.

Minister Jost betonte bei seinem Besuch in Neunkirchen die Bedeutung der Zoologischen Gärten für Artenschutz, Forschung, Umweltbildung und Erholung. "Die Aufgaben eines Zoos gehen über die einfache Zurschaustellung wild lebender Tiere weit hinaus. Vor allem Kinder können die Tiere nicht nur hautnah erleben, sie lernen auch, dass viele dieser Tiere in ihrem natürlichen Umfeld bedroht sind", unterstrich Jost: "Auch mit Blick auf ihre Erhaltungszuchtprogramme sind Zoos sehr sinnvolle Einrichtungen. Dabei muss natürlich immer darauf geachtet werden, dass die Tiere artgerecht gehalten werden." Zoodirektor Fritsch ergänzte: "Mehrere Wiederansiedlungen wie beispielsweise für Biber und Weißstorch sind stark regional verankert und Motoren für den Artenschutz im Saarland, auch unter Beteiligung des Neunkircher Zoos."

Jost nutzte den Zoobesuch auch, um Maike Grundwald und Katharina Filz, die beiden Absolventinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), zu begrüßen. Der Neunkircher Zoo ist anerkannte Einsatzstelle für das FÖJ.