Lasst den Druck drauf!

Die RAG tut jetzt, was Bürger und Kommunalpolitiker seit langem fordern: Sie bricht in Luisenthal verfallende, seit Jahren ungenutzte Bauten ab. „Ein guter Tag“, kommentierte Völklingens Rathauschef Klaus Lorig (CDU) strahlend.

Aber er jubelte ganz allein.

Gewiss, die einstige Saarberg-Lkw-Werkstatt fällt, Gewerbe kann kommen. Doch Rudolf Krumm von der RAG Montan Immobilien (MI) machte keinen Hehl aus dem Stand der Dinge: Was dort am äußersten Rand des Grubengeländes passiere, müsse nichts zu tun haben mit dem, was im Zentrum des Bergwerks-Areals geschehe, auf der Tagesanlage, sagte er. Und redete auch nicht drumrum, als Pressevertreter nach der Zukunft des Bergwerks-Ensembles fragten: Ein Konzept dafür gebe es erst im Juni.

Der erste Bagger-Biss, von der RAG groß inszeniert, war kein Ereignis. Nur eine Geste. Und vor allem Entlastung - hat doch die blamable Vorstellung, bei der die RAG im Herbst Bürgern und Kommunalpolitikern lakonisch das Ende ihres Energiepark-Projekts und keinen Alternativ-Plan für den "Premium-Standort" Luisenthal mitteilte, enormen Zorn geweckt. Jetzt soll erstmal der Druck raus, die RAG spielt auf Zeit.

Rathauschef Lorig spielt derweil auf Wahl. Das City-Center-Projekt stockt, bei den Stadtwerken drohen Komplikationen, die Sanierung Fürstenhausens kommt nicht voran; so feiert er eben die kleine Bewegung in Luisenthal als großen Erfolg.

Der aber ist noch lange nicht in Sicht. Ob es ihn überhaupt geben wird, wenn voreiliger Jubel es der RAG und auch dem Land zu leicht macht? Leute, lasst den Druck drauf! Schöne Pläne sind sonst rasch verweht. Heiße Luft hat die Stadt schon viel zu viel.