Lange Wartezeiten für Bahnpendler

Saarbrücken · Wer wie Jürgen John mit der Bahn zwischen Saarbrücken und Frankfurt pendelt, muss, seitdem die Bahn die direkten IC-Fernverbindungen gestrichen hat, in Mannheim umsteigen. Dort erreicht John oft den Anschluss nicht.

Seit 16 Jahren pendelt Jürgen John beruflich von Saarbrücken nach Frankfurt. Seitdem im Dezember die Bahn die direkte IC-Fernverbindung gestrichen hat, hätten sich die Bedingungen verschlechtert, erklärt er. Dass er nun in Mannheim umsteigen müsse, sei grundsätzlich nicht schlimm, sagt John. Doch hapere es bei der Rückfahrt: Hier plane die Bahn mit nur acht Minuten Umsteigezeit in Mannheim. Doch habe der ICE um 17.50 Uhr ab Frankfurt regelmäßig Verspätung, sodass er häufig den Anschluss in Mannheim um 18.35 Uhr verpasse.

Auf das Problem hat John, der neun Jahre im Kundenbeirat der DB saß, bereits ein halbes Jahr vor dem Aus für den IC hingewiesen. Die neuen Süwex-Regionalzüge rollten da bereits. Im Juni 2015 teilte die Bahn ihm schriftlich mit, man habe den Auftraggebern (das sind für die Nahverkehrszüge die Bundesländer) das Problem mitgeteilt, damit die Verbindung so angepasst wird, dass es stabilere Anschlüsse in Mannheim gibt. "Die Länder vergeben die Aufträge für die Nahverkehrsstrecken, in diesem Fall ist es die Deutsche Bahn. Sie schreiben vor, welche Züge rollen und in welchen Takten", erklärt John. Die Bahn betont in dem Schreiben: "Diese (d.h. die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland, die Red.) sehen das genauso und wollen dies auch umsetzen." Geschehen sei jedoch bislang nichts, sagt John.

Ein weiteres Ärgernis: Der Regionalexpress, der um 18.35 Uhr in Mannheim abfährt, mache in Kaiserslautern zwölf Minuten Pause. "Da soll es nicht möglich sein, die Abfahrt in Mannheim um wenige Minuten nach hinten zu verschieben?", fragte John die Bahn. Diese weist auf SZ-Anfrage darauf hin, dass noch bis 2019 der Abschnitt zwischen Saarbrücken und Mannheim für den internationalen Fernverkehr von und nach Paris ausgebaut wird, damit auch hier Züge mit Tempo 200 fahren können. Solange werde es Einschränkungen geben, etwa in der Pfalz gebe es zwei eingleisige Abschnitte. Eine spätere Abfahrt in Mannheim sei derzeit nicht möglich, ebenso der Aufenthalt in Kaiserslautern nicht zu ändern. Denn zunächst müsse der RE aus der Gegenrichtung, also von Saarbrücken , als ICE-Zubringer nach Mannheim, in Kaiserslautern angekommen sein, bevor der RE aus Mannheim in den eingleisigen Bauabschnitt einfahren könne. "Es findet jedoch kontinuierlich ein Austausch zwischen DB Fernverkehr und den Auftraggebern des Nahverkehrs statt, mit dem Ziel, möglichst optimale Verbindungen und Anschlüsse (. . .) zu realisieren", teilt eine DB-Sprecherin mit. Doch warte der RE in Mannheim grundsätzlich vier Minuten auf verspätete Fernzüge. Länger könne der Regionalzug nicht warten, weil dann andere Züge behindert oder Anschlusszüge in der Pfalz und im Saarland nicht erreicht würden.

Die Entschädigung, die die Bahn ihm für jede Verspätung ab einer Stunde zahlt, kompensiere nicht die Einbuße seiner Lebensqualität, meint John.