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„Landkarte der Barrieren“ soll Druck auf Politik machen

„Landkarte der Barrieren“ soll Druck auf Politik machen

Der Sozialverband VdK hat eine "Landkarte der Barrieren" im Internet ins Leben gerufen, an der sich alle Bürger beteiligen können. Der saarländische Landesverband ruft die Saarländer dazu auf, unter Orte wie Bahnhöfe oder Ämter zu markieren, an denen sich Menschen mit Behinderung nicht barrierefrei bewegen können.

Der VdK Saarland will besonders ärgerliche Barrieren öffentlich machen und bei den Verantwortlichen nachhaken. So will er Druck auf die Politik ausüben, für mehr Barrierefreiheit zu sorgen.

Verweise auf leere öffentliche Kassen seien kein Gegenargument, teilte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang gestern mit. "Barrierefreiheit ist finanzierbar. Denn Investitionen in die bauliche Barrierefreiheit wirken wie ein Konjunkturprogramm, da durch Umsatz- und Lohnsteuer Geld zurückfließt." Zur Umsetzung von Barrierefreiheit habe sich Deutschland 2009 mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechts-Konvention verpflichtet. "Es wird höchste Zeit, die barrierefreie Gesellschaft jetzt auch ernsthaft umzusetzen", sagte Lang. Denn für die rund 235 000 Saarländer mit einer Behinderung sei noch lange keine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erreicht- ob beim Bahnfahren, im Alltag, auf dem Arbeitsmarkt, oder in der politischen Mitbestimmung. Die "Karte der Barrieren" ist Teil der bundesweiten VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren!".