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Landesregierung und Rettungskräfte rufen Autofahrer zu richtigem Verhalten bei Unfällen auf

Landesregierung und Rettungskräfte rufen Autofahrer zu richtigem Verhalten bei Unfällen auf

Eine Rettungsgasse erleichtert Einsatzkräften den Weg zur Unfallstelle. Doch viele Autofahrer wissen nicht, wie sie überhaupt gebildet wird. Eine Aktion von Landesregierung und Rettungskräften soll dies nun ändern.

Ein Foto zeigt Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter, die mit fast trotzig vor der Brust verschränkten Armen an einer Autobahn stehen. Über dem Foto steht: "Wir helfen gerne - wenn Sie uns lassen!" Mit Werbeplakaten wie diesen soll auf ein lebensgefährliches Problem auf deutschen Autobahnen hingewiesen werden: Viele Autofahrer wissen nicht, wann und wie eine so genannte Rettungsgasse für Einsatzkräfte zu bilden ist. Die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft und der ADAC im Saarland haben deshalb eine Aktion ins Leben gerufen, die Autofahrer aufklären soll. "Jeder von uns könnte einmal auf schnelle Hilfe auf der Autobahn angewiesen sein", erklärte gestern Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) bei der Vorstellung der Kampagne, die von ihrem Ministerium ebenso wie vom Innenministerium, dem Landesbetrieb für Straßenbau und dem Landesverband der Fahrlehrer unterstützt wird. "Wir sollten uns daher alle verantwortlich fühlen und dazu beitragen, dass das Bilden einer Rettungsgasse auch bereits bei stockendem Verkehr zügig funktioniert", so Rehlinger. "Das erleichtert den Rettungsfahrzeugen das Durchkommen und rettet am Ende Leben."

Und so funktioniert's: Wer auf der linken Spur ist, fährt nach links, alle anderen nach rechts (also alle Verkehrsteilnehmer auf der mittleren und der rechten Spur). Das heißt: Die Rettungsgasse wird bei zweispurigen Straßen zwischen der linken und der rechten Fahrbahn gebildet, bei dreispurigen Straßen zwischen der linken und der mittleren Fahrbahn. Wichtig dabei: Eine Rettungsgasse sollte bereits bei stockendem Verkehr gebildet und auch nach der Durchfahrt eines Rettungsfahrzeugs offen gehalten werden, denn es können weitere Rettungsfahrzeuge folgen. Um eine Rettungsgasse bilden zu können, sollten Autofahrer ausreichend Abstand zum Vordermann halten, um gegebenenfalls rangieren zu können. Übrigens: Der Standstreifen eignet sich nicht als Rettungsgasse, weil dort liegen gebliebene Fahrzeuge den Einsatzkräften den Weg versperren können.

Insgesamt elf Banner, jeweils vor Autobahnbaustellen im Saarland, sollen Autofahrer hierzulande nun auf das richtige Bilden einer Rettungsgasse hinweisen. Auf den Banner steht: "Bei Stau: Rettungsgasse!" Daneben zeigt eine schematische Darstellung, wie eine Rettungsgasse funktioniert.

"Die Rettungskräfte berichten uns täglich von Schwierigkeiten, sich mit Blaulicht und Martinshorn im Verkehr durchzuwühlen", erklärt Detlev Schütz, Landeschef der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft. "Obwohl die Rettungsgasse nach der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben ist, scheint sie aus dem Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer verschwunden zu sein", erklärt Schütz resigniert.